Schüssel zu Olah: Sein Eingreifen hat Österreich gerettet

Großes Goldenes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich an Franz Olah

Wien - (OTS) Der ehemalige Vorsitzende des ÖGB und Innenminister Franz Olah erhielt heute auf Anregung von ÖBG Vizepräsident Fritz Neugebauer und auf Antrag von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich von Bundespräsident Heinz Fischer überreicht. Bundeskanzler Schüssel würdigte in seiner Laudatio Olah als "einen Mann, der viel für dieses Land geleistet hat." Schüssel: "Franz Olah war trotz aller Schicksalsschläge nie ein gebrochener Mann. Er hat immer den Mut gehabt, für dieses Land einzustehen. Er war und ist ein Patriot, wie er im Buche steht." In diesem Zusammenhang würdigte der Bundeskanzler Olahs "konsequenten Einsatz für die Demokratie" durch den die kommunistischen Umsturzpläne in Österreich in den fünfziger Jahren verhindert werden konnten. Schüssel: "Sein persönliches mutiges Eingreifen hat Österreich gerettet."

Als Verdienste von Franz Ohla führte der Bundeskanzler auch die sozialpartnerschaftliche Orientierung seiner Gewerkschaftspolitik, seine Arbeiten um eine moderne Gastarbeiterregelung und die Einführung des Karenzgeldes, dem Vorgänger des heutigen Kindergeldes, an. Er nannte Franz Olah einen "wichtigen sozialpolitischen Weichensteller." Auch würdigte der Bundeskanzler Olahs proamerikanische Ausrichtung in den ersten Nachkriegsjahren. Schüssel: "Gerade weil heute ein Antiamerikanismus in Mode gekommen ist, sollten wir nicht vergessen, dass es die US-amerikanische Hilfe in Form von Lebensmittellieferungen und des Marshallplanes waren, die das Überleben von Tausenden und später den erfolgreichen Aufbau Österreichs ermöglicht haben. So profitieren wir heute noch in Österreich von den Mitteln des ERP Fonds, die wir inzwischen für die Wissenschaft und Forschung nützen. Olah hat diese Möglichkeiten erkannt und die Integration Österreichs in das Lager der europäischen Demokratien entscheidend mit gefördert. Er hat nie ausgegrenzt, sondern dem Dialog gefördert, dort wo er zur Stärkung der Demokratie beigetragen hat." Als ein Beispiel für diese Dialogbereitschaft führte der Bundeskanzler die Aussöhnung zwischen der katholischen Kirche und der Arbeiterbewegung an, die von Olah gefördert worden war.

Franz Olah dankte Bundeskanzler Schüssel für die Antragstellung, die zu dieser Verleihung führte. In seiner Antwort auf die Ehrungen versicherte er, dass " er nichts anders machen würde, hätte er eine zweite Chance. Olah " Es ging mir immer nur um die Sache und unser Land. Man muss dazu stehen, was man getan hat. Ich hoffe, ich habe meinen Beitrag für Österreich geleistet."

Der 1910 geborene Franz Olah verbüßte zwischen 1933-45 politische Freiheitsstrafen und war während der NS-Zeit in mehreren Konzentrationslagern interniert. Von 1949-57 Vorsitzender der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter, hatte er zwischen 1955 und 1959 die Funktion eines Vizepräsidenten und von 1959 bis 1963 die eines Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes inne. Von 1959-61 übte er die Funktion des 2. Präsidenten des Nationalrats aus. Von 1963-64 gehört er als Bundesminister für Inneres der Bundesregierung an. Franz Olah war viele Jahre hindurch Mandatar im Wiener Landtag und Nationalrat.

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