ÖAMTC: Unfallbilanz 2004 zeigt Aufwärtstrend, von Zielen aber weit entfernt

Club fordert - weitere Maßnahmen zur Unfallreduktion forcieren

Wien (ÖAMTC-Presse) - Erstmals weniger als 900 Verkehrstote -
damit ist die Unfallbilanz 2004 die erfreulichste seit Beginn der Aufzeichnungen 1950. ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek warnt aber vor zu viel Euphorie: "Der positive Trend ist trügerisch, weil die Ziele des Verkehrssicherheitsprogrammes seit Jahren nicht erreicht werden". Zwar ist Zahl der Unfälle um rund zwei Prozent gesunken, der ÖAMTC-Experte ist aber überzeugt, "dass es noch enormes Potenzial zur Unfallreduktion gibt". Der Club fordert deshalb weitere Maßnahmen, um die Infrastruktur und die Fahrzeugtechnik zu verbessern und Bewusstseinsbildung bei den Autofahrern zu fördern.

Im Ländervergleich folgt die Entwicklung der Unfallzahlen dem Bundestrend, wobei es einen besonders positiven Ausreißer gibt. Im Burgenland wurden um 12,4 Prozent weniger Verletzte und um 34,6 Prozent weniger Getötete als im Vorjahr verzeichnet. Damit übertrifft man die bundesweiten Zahlen - 1,8 Prozent weniger Verletzte und 5,7 Prozent weniger Verkehrstote - bei weitem. Äußerst negativ bilanziert dagegen Vorarlberg. Dort hat beinahe doppelt so viele Menschen ein Verkehrsunfall das Leben gekostet als 2003. Vor allem im Ortsgebiet und bei Fußgängern und Radfahrern sind die Steigerungen signifikant.

Die Unfälle mit Kindern haben sich 2004 mit 3543 Unfällen, 3850 Verletzten und 22 getöteten Kindern um 5,5 Prozent reduziert. "Einen Wermutstropfen hat das Ergebnis. Die Schutzweg-Unfälle steigen weiter an", weiß Michalek. 2004 sind mehr Fußgänger am Schutzweg verunglückt als 2003. Vor allem in den Bundesländern Salzburg, Vorarlberg und Wien hat die Zahl der getöteten Fußgänger, darunter auch viele Kinder, stark zugenommen. Als Konsequenz startet der ÖAMTC das Forschungsprojekt "Sicherheit auf Schutzwegen". "Ziel des Projektes ist die Erarbeitung von Richtlinien zur Schutzweg-Gestaltung, vor allem zur Herstellung optimaler Sichtverhältnisse zwischen Autofahrern und Fußgängern", sagt der ÖAMTC-Experte.

"In Österreich besteht auch im internationalen Vergleich noch ein größer Aufholbedarf", weiß Michalek. So sind vergleichsweise in Deutschland die Unfälle mit Personenschaden um 4,4 Prozent und mit Getöteten um beinahe 12 Prozent zurückgegangen. Der ÖAMTC wird als Unterzeichner der European Road Safety-Charta auch weiterhin durch internationale Initiativen wie EuroRAP (European Road Assessment Programme), Tunneltests, Fahrzeug-Crashtests und Aktivitäten zur Kindersicherheit und Verkehrstelematik an Maßnahmen zur Unfallreduktion arbeiten.

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ÖAMTC-Pressestelle/ Claudia Kesche

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