AKNÖ warnt vor Reisebuchungen auf Werbefahrten

Statt der angekündigten Preise gibt es Reisen und Matratzen zum Kauf

Wien (AKNÖ) - Die Veranstalter dubioser Werbefahrten werden immer einfallsreicher: Nun werden bei Verkaufsveranstaltungen nicht nur die üblichen fragwürdigen Gesundheitsprodukte, sondern auch Urlaubsreisen verschachert. Der Haken: Es gibt weder Prospekte noch sonstige weiterführende Informationen. Und die Konsumenten sollen entweder eine sofortige Bargeldanzahlung leisten oder sogar ihre Kontonummer angeben. Die NÖ Arbeiterkammer warnt davor, sich darauf einzulassen.

Schon wieder werden in Niederösterreich Gewinnmitteilungen verschickt, die diesmal eine "wunderschöne Ausflugsfahrt ins Joglland" mit dem Bus nebst zahlreichen Gewinnen versprechen. AKNÖ-Konsumentenberaterin Christa Hörmann hat an einer Veranstaltung verdeckt teilgenommen: "Die erste Überraschung war schon einmal, dass wir nicht ins steirische Joglland, sondern in die Umgebung von Schwechat gefahren sind. Mysteriös war auch, dass der Busfahrer selbst erst kurz vor Beginn der Reise den Zielort erfuhr."

Spärliche Informationen

Vor insgesamt 80 Teilnehmern folgte dann die Präsentation der Urlaubsreisen. Für die sofortige Buchung einer 7-tägigen Reise nach Schweden etwa wurde eine Gutschrift von 200 Euro versprochen. Fotos oder gar ein Prospekt wurden nicht vorgelegt. Mehr als Reisepreis, Reisetermin sowie Anzahl der Übernachtungen erfuhren die Zuhörer nicht. Christa Hörmann: "Trotz dieser dürftigen Informationen haben sich 20 Personen zur Buchung entschlossen. Sie mussten eine sofortige Bargeldanzahlung von 21 Euro leisten oder ihre Kontonummer für die Abbuchung dieser Anzahlung angeben. Erst nach der Anzahlung erfuhren sie den Namen des Reiseveranstalters." Und die Informationen über diesen deutschen Reiseveranstalter sind äußerst spärlich. Auch die Richtigkeit der gemachten Angaben kann von den Kunden an Ort und Stelle nicht überprüft werden. Die AKNÖ appelliert daher an die Konsumenten, Reisen immer nur nach gründlicher Überlegung und ausreichender Information zu buchen.

Teure "Gesundheitsmatratzen"

Der Moderator, der alle Register der Überredungskunst zog - so trällerte er höchstpersönlich auch "Herzilein" -, pries neben den Urlaubsreisen so genannte Bioresonanz-Gesundheitsmatratzen an. "Wer eines dieser knapp 800 Euro teuren Produkte erwirbt, läuft Gefahr, bei einem Wunsch nach Rücktritt vom Kauf Pech zu haben, denn auch hier waren die Informationen über den Händler sehr spärlich", meint Hörmann. Beim "Direktverkauf" kleinerer Waren wurden dagegen nicht einmal Rechnungen hergegeben. AKNÖ-Präsident Staudinger: "Die Werbefahrten werden immer mehr zum Problem. Umso wichtiger ist es, die Konsumenten davor zu warnen: Lassen Sie sich von den perfekten Präsentationen nicht blenden. Diese gesundheitlichen Versprechen sind wissenschaftlich meist nicht zu halten, und die Preise für diese Produkte sind erfahrungsgemäß weit überhöht."

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