"Neues Volksblatt" Kommentar: "Sterben" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 25. März 2005

Linz (OTS) - =

Selbstverständlich ist es schwer, unbefangen über das
Sterben zu reden. Wer an ein Leben nach dem Tod glaubt, mag sich noch etwas leichter tun. Aber: Letztlich ist der Tod als Bestandteil unseres Lebens etwas so Unbegreifliches, weil Unabänderliches, dass man ihn am liebsten draußen lässt, solange es irgendwie geht. Wenn man - wie im Fall der amerikanischen Wachkoma-Patientin Terri Schiavo - sieht, welche Facetten das Sterben bekommen kann, ist das auch kein Wunder.
Doch es ist auch ein anderer Umgang mit dem Tod möglich. Redet man der humanen Sterbebegleitung das Wort, dann ist die Forderung der Caritas nach Ausbau des Hospizwesens selbstverständlich berechtigt und ebenso selbstverständlich zu unterstützen. Das Sterben nicht verlängern, aber das Leben nicht verkürzen: Darüber muss sehr wohl geredet werden in einem vermeintlich christlich-abendländischen Europa, in dem - anders als in Österreich - die Ablehnung der Euthanasie nicht mehr zum unbedingten gesellschaftspolitischen Konsens gehört.
Der Weg vom Leben zum Tod muss in Würde gegangen werden können.

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