Mandak: Dramatischer Rückgang der Hospizkarenz

Grüne fordern Ausweitung der Hospizkarenz und Hospizkarenzgeld

Wien (OTS) - "Es muss mehr Menschen ermöglicht werden,
Hospizkarenz in Anspruch zu nehmen. Dafür sind dringend gesetzliche Änderungen nötig. Bisher konnten nur enge Verwandte diese Aufgabe übernehmen und es gab keine Entschädigung des Verdienstentgangs", kritisiert die Familiensprecherin der Grünen, Sabine Mandak.

ArbeitnehmerInnen haben seit Juli 2002 Anspruch auf Dienstfreistellung oder Reduzierung der Arbeitszeit, wenn sie einen nahen Verwandten in der letzten Lebensphase begleiten. Bis Ende 2003 haben insgesamt 728 Personen die Familienhospizkarenz in Anspruch genommen. Bis 22. September 2004 waren es - laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung - insgesamt 775 Personen. "Auf die Anfrage nach aktuellen Zahlen für das Jahr 2004 gab es weder von Ministerin Haubner noch von Minister Bartenstein eine Auskunft", so Mandak. Eine Berechnung der vorliegenden Zahlen ergab, dass von 1. Jänner bis 22. September 2004 nur 47 Personen die Familienhospizkarenz in Anspruch nahmen. "Das heißt, dass die Inanspruchnahme stark gesunken ist und die Regierung die Zahlen einfach nicht veröffentlichen will", so Mandak.

"Alle, die Hospizkarenz in Anspruch nehmen wollen, müssen dies auch tun können. Ich fordere daher eine finanzielle Entschädigung während der Karenz und die Ausweitung derer, die Sterbende begleiten können auch auf Menschen, die nicht mit ihnen verwandt sind. Zudem müssen Pflegende, die nicht erwerbstätig sind zumindest pensionsversichert sein", fordert Mandak. Diese große Erleichterung für Pflegende sei jederzeit finanzierbar. Koste doch ein einziger Spitalstag etwa 500 Euro pro Tag. "Jeder Tag, an dem ein Sterbender in seinem vertrauten Umfeld zu Hause betreut werden kann, ist also nicht nur ein großer persönlicher Gewinn sondern auch ein finanzieller Vorteil für die öffentliche Hand", erklärt Mandak abschließend.

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