Cap zu EM-Stadion: Schüssel zeigt kein Leadership

Virtueller Kanzler will nichts sehen, hören und sagen

Wien (SK) Schwere Vorwürfe richtet der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap heute an Kanzler Schüssel im Zusammenhang mit den Vorkommnissen rund um den Bau des Klagenfurter EM-Stadions. Die Fußball-EM "geht gerade die Drau runter" und Schüssel, der als für den Sport zuständiges Regierungsmitglied der Hauptverantwortliche in dieser Sache ist, "will nichts hören, nichts sehen und nichts sagen". Cap: "Wir lassen es Schüssel nicht durchgehen, dass er sich in so einer Krisensituation virtualisiert und dematerialisiert." Schüssel werde nächste Woche im Nationalrat "Rede und Antwort stehen müssen" und erklären, wie er diese schwere Krise bewältigen will, erklärte Cap und kündigte eine Dringliche Anfrage an Schüssel an. Schüssel dürfe sich nicht weiter drücken, sondern müsse endlich einmal "leadership" zeigen. ****

Die Austragung der Fußball-EM sei eine Riesenchance für Österreich, hielt Cap fest. Tausende Arbeitsplätze werden geschaffen und die Tourismuswirtschaft sowie die heimische Wirtschaft generell würden aus dieser Veranstaltung enormen Nutzen ziehen können. Cap zeigte sich deshalb sehr verwundert, dass bisher kaum kritische Stimmen seitens der Wirtschaft zu den Vorkommnissen um den Stadionbau laut geworden sind. Dabei sei eine Veranstaltung dieser Größenordung enorm für Österreichs Image und seinem Ruf als Tourismusland.

Angesichts der zur Schau gestellten "völligen Inkompetenz" in dieser Causa müsse "blankes Entsetzen" herrschen, erklärte der gf. SPÖ-Klubobmann. Als Beispiel nannte Cap die gestrige öffentliche Auseinandersetzung des Klagenfurter Bürgermeister Scheucher und von Sportstaatssekretär Schweitzer über die Frage, wer nun eigentlich Auftraggeber für das Klagenfurter Stadion ist. Dazu gebe es die gegenseitigen Vorwürfe von ÖVP und FPÖ, es habe Parteienfinanzierung gegeben, und den angeblichen Abhörskandal. "Nicht einmal dem schrägsten Autor von Hollywood wäre so ein Drehbuch eingefallen", machte Cap deutlich. Was hier ablaufe, sei keine Provinzposse, sondern inzwischen die nächste Regierungskrise. "Die Bevölkerung ist hier konfrontiert mit Politikern, die inkompetent und zerstritten sind und nicht imstande sind, einen Stadionbau ordentlich über die Bühne zu bringen", kritisierte der gf. SPÖ-Klubobmann.

Inzwischen habe sich diese Causa zu einer "nicht enden wollenden Geschichte entwickelt - und die Zeit läuft davon", erklärte Cap. Das eigentlich für den Sport zuständige Regierungsmitglied, Bundeskanzler Schüssel, habe sich wieder auf seine "Lieblingsrolle als virtueller Kanzler" zurückgezogen. "So stellt man sich nicht Leadership vor", betonte Cap. Es sei hoch an der Zeit, dass "Licht ins Dunkel gebracht wird". Im Rahmen einer Dringlichen Anfrage werde der "Kanzler der Rekordarbeitslosigkeit und des Reformstillstands" nächste Woche Rede und Antwort stehen müssen und vor allem darlegen müssen, wie sein "Krisenmanagement" in Sachen Fußball-EM, deren Ausrichtung schon gefährdet ist, aussieht. Sollte die EM wirklich abgesagt werden, so wäre dies eine "Riesenblamage für Österreich", würden tausende Arbeitsplätze verloren gehen, ein massiver Schaden für die heimische Wirtschaft entstehen und enorme Belastungen für den Steuerzahler bedeuten. Die Folgen wären so fatal, dass Massenrücktritte unausweichlich wären, hielt Cap abschließend fest. (Schluss) ps

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