Huainigg: Anerkennung der Gebärdensprache ist wichtiger Schritt

Rahmenbedingungen für Gehörlose weiterhin noch verbessern

Wien, 24. März 2005 (ÖVP-PK) "Die wissenschaftliche Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache als eigenständige und vollwertige Sprache ist ein wichtiger Schritt", betonte heute, Donnerstag, ÖVP-Behindertensprecher Abg.z.NR Dr. Franz-Joseph Huainigg im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsministern Maria Rauch-Kallat. Neben den 10.000 gehörlosen Menschen in Österreich verwenden auch deren Angehörige und Freunde die Sprache, so dass man in Österreich insgesamt von rund 50.000 Menschen ausgehen kann, die die Sprache der gehörlosen Menschen sprechen. Huainigg hat im November 2004 im Nationalrat einen Entschließungsantrag initiiert, in dem er sich für die verfassungsgesetzliche Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache eingesetzt hat. ****

Auf Antrag von Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel wurde am 8. März 2005 im Ministerrat eine Gesetzesvorlage zur Anerkennung der Gebärdensprache beschlossen und dem Parlament zur Beratung und Beschlussfassung übergeben. Durch die Aufnahme der Österreichischen Gebärdensprache in Art. 8 des Österreichischen Bundesverfassungsgesetzes werde die Gebärdensprache als eigenständige und vollwertige Sprache anerkannt. "Dadurch wird sichergestellt, dass die Österreichische Gebärdensprache einen hohen Stellenwert und auch moralische Anerkennung bekommt. Dies ist ein wichtiges Signal für die Gehörlosengemeinschaft", so Huainigg, der sich selbst jahrelang für diese Anerkennung eingesetzt hat. So ließ der ÖVP-Behindertensprecher beispielsweise von Beginn an alle seine Reden im Nationalrat in Gebärdensprache übersetzen. Huainigg erinnerte sich schmunzelnd an Namensübersetzungen wie "Fischer" und "Khol".

Die Rahmenbedingungen für gehörlose Menschen müssten noch deutlich verbessert werden, so Huainigg weiter. Huainigg verwies
auf die Situation an Schulen und Lehrlingsplätzen sowie auf den Umgang mit gehörlosen Menschen in den Medien. "Es gibt noch sehr viel zu tun", so Huainigg.

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