Ein sicherer Aufzug ist das Herzstück der Mobilität

Beim 4. Aufzugstag des TÜV Österreich standen Sicherheitsmaßnahmen und besondere Anforderungen an Aufzüge im Brennpunkt

Wien (OTS) - Der Geschäftsbereich Aufzugstechnik des TÜV Österreich veranstaltete im März 2005 bereits zum 4. Mal den Aufzugstag des TÜV Österreich im Wiener Technischen Museum. 220 Teilnehmer/innen aus der Immobilienwirtschaft, von Aufzugsbetreibern, Behörden und der Aufzugsindustrie bildeten damit wieder eine große Interessensplattform für Sicherheit im Aufzugsbetrieb.

Ing. Anton Marschall, Geschäftsbereichsleiter Aufzugstechnik beim TÜV Österreich, unterstrich die Notwendigkeit von Sicherungs- und Modernisierungsmaßnahmen:

- Die Zahl gemeldeter Aufzugsunfälle steigt seit Jahren stetig an.

  • Im Jahr 2004 wurden bereits über 60 zum Teil schwerwiegende Unfälle mit Aufzügen gemeldet.
  • Rund 5.000 Personen müssen pro Jahr aus Aufzügen mit Störfällen notbefreit werden.
  • Die "Sicherheits-Schere" zwischen neuen Anlagen mit hohem Sicherheitsstandard und alten Anlagen mit Sicherheitsrisiken wird immer größer.

Um die Unfallzahlen zu verringern, legte Ing. Marschall folgenden Maßnahmenkatalog für Betreiber vor:

1. Durch den Einbau eines geeigneten Antriebssystems kann die Abstell-Ungenauigkeit verringert werden - damit wird jeder 5. Unfall verhindert. 2. Durch Einbau eines Lichtvorhangs bzw. Überwachungssystems kann das Einklemmen bei automatischen Türen verhindert werden - damit wird jeder 6. Unfall verhindert. 3. Der Einbau einer Fahrkorbtüre sichert gegen Einklemmen und folgenschwere Unfälle - jeder 7. Unfall wird dadurch verhindert.

Mag. Christoph Kothbauer von der Online-Hausverwaltung zeigte den gesetzlichen Rahmen auf, wer nach MRG bzw. WEG und WGG die Kosten von Sanierungsmaßnahmen zu tragen hat. Neben dem Haftungsrisiko tragen Eigentümer und Betreiber die Kosten für Sanierung und Modernisierung einer Aufzugsanlage.

Der TÜV Österreich begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Vorhaben der Stadt Wien, die Sanierung von unsicheren Liftanlagen voranzutreiben und zu fördern.

Weiters fordert der TÜV Österreich ein einheitliches Aufzugs-Sicherheitsniveau in Österreich und ruft alle Betreiber älterer Aufzugsanlagen auf, eine Risiko-Beurteilung ihres Aufzuges durchführen zu lassen.

Einen wesentlichen Anteil am Sicherheitsgrad einer Anlage stellt die regelmäßige und vorbeugende Wartung dar. Ing. Michael Machovec, Kone AG, wies auf die im Jahr 2002 herausgegebene ÖNORM EN 13015 hin, die die wichtigsten Regeln für Instandhaltung von Aufzugsanlagen beschreibt. Eigentümer bzw. Betreiber von Aufzugsanlagen sind aufgerufen, in ihrem Wartungskonzept zu berücksichtigen:

  • Risikobeurteilung für jede Anlage
  • Vorsorge für Notbefreiung
  • Instandhaltungsplan
  • Prüfungen der Betriebssicherheit
  • Dokumentation der Instandhaltung

Wie wichtig der Aufzug in der heutigen Gesellschaft ist, zeigte das Beispiel der Wiener Linien, die den Aufzug als "Herzstück der Mobilität" sehen. Ing. Wolfgang Ertl und Helmut Kremser demonstrierten anhand von erfolgreichen Projekten der Wiener Linien, wie Aufzüge ausgestaltet sein müssen, um Menschen mit Behinderungen in ihrer Mobilität zu unterstützen.

  • Der Zugangsbereich muss barrierefrei erreichbar sein
  • Die Kabinenbreite muss ausreichend sein
  • Geeignete Tasteinrichtungen und akustische Einrichtungen

In einem viel beachteten Dialog zeigten der Wirtschaftspsychologe Dr. Othmar Hill und seine Tochter, die Moderatorin Konstanze Hill -sie ist von Geburt an blind - auf, wie wichtig barrierefreie Aufzüge und Gebäudeeinrichtungen für Menschen mit Behinderung sind. Gerade für ältere Personen ist im betreuten Wohnen der Aufzug eine maßgebliche Voraussetzung.

Der TÜV Österreich begrüßt die Aktivitäten zahlreicher Bundesländer, die in der Wohnbauförderung den Ein- und Umbau von Aufzugsanlagen forcieren.

Rund um den Aufzugstag standen den Teilnehmern Experten folgender Unternehmen im Rahmen einer Fachausstellung für Fragen und Informationen zur Verfügung: Alcomtec, Fermator, Group 4, KONE AG, ÖWD - Österreichischer Wachdienst, Reliste GmbH, Schindler Aufzüge und Fahrtreppen AG, Vestner Aufzüge.

Der Geschäftsbereich Aufzugstechnik des TÜV Österreich steht als führendes österreichisches Dienstleistungsunternehmen für Zuverlässigkeit und Sicherheit. Mit einer Vielzahl an Prüfleistungen, Planungsbegutachtungen und Überwachungen ist der TÜV Österreich marktführender Partner für Wohnbau, Industrie, Gewerbe und öffentliche Verwaltung.

Literaturhinweis:

Marschall/Jung: "Aufzugsgesetze in Österreich" Erschienen im Verlag TÜV Österreich Akademie, 2004 ISBN-Nummer: 3-901942-01-7, 280 Seiten, Preis: Euro 29,- (zzgl. USt. und Versand) Bestellung: TÜV Österreich Akademie, Tel: 01/617 52 50-187, Fax: 01/617 52 50-145, akad@tuev.at www.tuev-akademie.at

Veranstaltungshinweis:

Seminar "Aufzug & Wirtschaftlichkeit" 26.4. Innsbruck, 27.4. Dornbirn, 10.5. Linz, 11.5. Salzburg, 24.5. Graz, 7.6. Wien, Preis: Euro 230,- (zzgl. USt.) Informationen & Anmeldungen: Frau Nicole Groß, Tel: 01/617 52 50- 183, grn@tuev.at www.tuev-akademie.at

Rückfragen & Kontakt:

TÜV Österreich Aufzugstechnik, 1200 Wien, Höchstädtplatz 3
Ing. Anton Marschall, Geschäftsbereichsleiter, Tel: 01/332 42 81-6922, at@tuev.at,
www.tuev.at

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