Sima: Wien ist gegen Feinstaub aktiv

"Zusätzlich Maßnahmen auf Bundesebene unerlässlich"

Wien (OTS) - "Wien nimmt das Thema Feinstaub sehr ernst und setzt zahlreiche Maßnahmen zur Reduktion, dennoch sind zusätzlich Maßnahmen auf Bundesebene zur Problemlösung unerlässlich", so Umweltstadträtin Ulli Sima. "Feinstaub ist ein überregionales Problem, neben den lokal zu realisierenden Maßnahmen müssen daher so rasch als möglich auch zahlreiche auf Bundesebene gesetzt werden", so Sima und legt ein Forderungspaket an die Bundesregierung vor. Zum einen fordert sie in diesem Zusammenhang die verpflichtende Vorschreibung von Diesel-Partikel-Filter, weiters periodische Überprüfungen bei schweren Nutzfahrzeugen und sogenannten Offroad-Fahrzeugen. Bis spätestens 2008 sollen alle PKWs ohne Katalysatoren außer Betrieb genommen werden. Darüber hinaus fordert Sima die rasche Umsetzung des Emissionshöchstmengengesetzes (EG-L): Damit werden Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickstoffoxide, flüchtige organische Verbindungen und Ammonik bedeutend reduziert: "40 % des Feinstaubs werden genau aus diesen gasförmigen Luftschadstoffen gebildet!", so Sima.****

Genehmigungen für Zementanlagen Stand der Technik anpassen

Weiters fordert die Umweltstadträtin gesetzliche Regelungen für Anlagengenehmigungen auf den Stand der Technik abzustimmen: "Es ist technisch nicht erklärbar, warum beispielsweise die Grenzwertsetzung für Staub bei Zementherstellung mit 50 mg/m3 wesentlich großzügiger ist, als die Grenzwerte im abfallrechtlichen Bereich mit 30 mg/m3. Aus heutiger technischer Sicht ist mit zeitgemäßen Filteranlagen ein Reststaubgehalt von 10mg/m3 bis maximal 20 mg/m3 problemlos einhaltbar, dennoch erlaubt der Bund Anlagen mit bedeutend höheren Staubemissionen", kritisiert Sima.

Studie des Umweltbundesamts belegt bedeutenden Anteil an Ferneintrag

Wie eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes belege, trägt ein wesentlicher Anteil von Ferneintrag zur Feinstaubbelastung in Wien bei: "Die Studie belegt schwarz auf weiß, dass bis zu 60% der Feinstaubbelastung aus dem Ausland kommen, 25 % stammen aus dem Ballungsgebiet Wien, 15 % aus anderen österreichischen Quellen", so Sima. Feinstaub ist vor allem ein Winterproblem und hängt stark mit der Wetterlage zusammen. Stabile Hochdruckwetterlagen bedingen oft hohe Konzentrationen, sie begünstigen den Ferntransport von belasteten Luftmassen über mehrere 100 Kilometer. "Ein entscheidender Anteil der Belastung ist nicht hausgemacht, eine Lösung daher nicht nur auf lokaler Ebene möglich", so Sima. "Es ist unbestritten, dass Wien das Problem sehr ernst nimmt und zahlreiche Maßnahmen gesetzt hat, um den lokal bedingten Anteil zu reduzieren: "Wir konnten die Splittmengen durch die neue Winterdienstverordnung auf die Hälfte reduzieren, heuer wurden nur 17.000 Tonnen Streusplitt eingesetzt, während es vor zwei Jahren noch 33.000 Tonnen waren", so Sima. Zudem wird mittels modernster Technik in der Straßenreinigung Staubbelastung reduziert. "Wien hat schon vor langer Zeit den Ausbau der staubarmen Energieträger formiert, über 75 % der Wiener Haushalte haben heute Fernwärme- oder Gasanschluss", so Sima, das Thema Hausbrand sei somit in Wien kein Problem. Die Wiener Linien haben ihre Busse auf Flüssiggas umgerüstet, während in anderen Städten die dieselbetriebenen Busse zur Luftbelastung beitragen. (Schluss) vor

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