Trotz Darmkrebs keine Chance auf Pension, Gutachter hält Innviertler für arbeitsfähig

Linz (OTS) - Ein 43-jähriger Arbeiter aus dem Bezirk Schärding muss seit einer Krebsoperation vor zwei Jahren mit einem künstlichen Seitenausgang leben. Die Pension wird dem Mann verweigert, da ein Gerichtsgutachter den künstlichen Darmausgang nicht als Grund für eine Arbeitsunfähigkeit sieht. "Dass der Mann trotz seiner schweren Krankheit weiterarbeiten muss, ist ein Skandal", sagt AK-Bezirksstellenleiter Erwin Ertl.

Das Martyrium des Arbeiters begann vor sieben Jahren, als bei ihm bösartiger Darmkrebs festgestellt wurde. Der Vater zweier schulpflichtiger Kinder musste eine Reihe von Operationen, Therapien und Behandlungen über sich ergehen lassen. Im Jahr 2003 wurde ihm schließlich in einer Notoperation ein künstlicher Darmausgang gelegt. Seitdem leider der 43-Jährige unter Schmerzen und psychischen Belastungen.

Der Mann bemühte sich daraufhin um eine Berufsunfähigkeitspension. Da das Ansuchen abgelehnt wurde, versuchte der Mann mit Hilfe der Arbeiterkammer vor Gericht zu seinem Recht zu kommen. Dort gab es allerdings die nächste kalte Dusche: Ein Gerichtsgutachter bescheinigte dem Mann - er ist Monteur bei der Energie Ried -Arbeitsfähigkeit. Es sei kein Problem, mit einem künstlichen Darmausgang zu arbeiten, der Mann brauche lediglich Leitungswasser und Toilettenpapier, um seine "Sackerl" zu wechseln. Eine Pensionierung sei nicht zu befürworten.

"Auch ein zweites ärztliches Gutachten sowie die Unterstützung der Betriebsärztin nutzten nichts", ist der Leiter der AK-Bezirksstelle Schärding, Erwin Ertl, bestürzt. "Das Land Oberösterreich hat dem Mann eine 100-prozentige Behinderung bescheinigt. Trotzdem soll er laut Gerichtsurteil noch Jahre weiterarbeiten! Dass ein Mensch, der seit sieben Jahren mit einer schweren Krankheit leben muss, der Weg in den Ruhestand verbaut wird, ist eine Schande für unser Rechts- und Sozialsystem!"

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