K.o. für Kyoto verhindert

Österreichs Allein-Nein-Gang in Brüssel gescheitert

Wien (OTS) - Nachdem sich Österreich als einziges EU-Land gegen konkrete Zielsetzungen für die Verhandlungen zur Kyoto-Nachfolgevereinbarung ausgesprochen hat, ist nun doch ein eindeutiger Weg festgelegt worden. Das Ziel heißt Reduktion der Treibhausgasemissionen um 15 bis 30 Prozent bis zum Jahr 2020. Die vorgeschlagene Linie der EU-Umweltminister hat sich somit schlussendlich durchgesetzt.

EU fasst konkrete Ziele bis 2020

"Die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates sprechen eine klare Sprache und bestätigen den Beschluss der Umweltminister. Längerfristige Ziele beim Klimaschutz sind unerlässlich. Sie liefern eine wichtige Orientierung für energiewirtschaftliche Investitionen, die im Einklang mit der Klimastrategie stehen und Arbeitsplätze schaffen", betont der Vorsitzende des Österreichischen Biomasse Verbandes, Dr. Heinz Kopetz.

Wirtschaftliche Chancen durch glaubwürdigen Klimaschutz

In ihrem Regierungsprogramm hat die derzeitige Bundesregierung festgeschrieben, dass der Anteil der erneuerbaren Energieträger jährlich um einen Prozentpunkt zunehmen soll. Wenn dieser Teil des Regierungsprogrammes Jahr für Jahr umgesetzt wird, so würden damit auch die Klimaschutzziele bis 2020, wie sie nunmehr vom Europäischen Rat vorgegeben wurden, erreicht werden. Denn die wirksamste Maßnahme zur Verbesserung des Klimaschutzes ist eine zielstrebige Politik für den Ausbau der erneuerbaren Energie. Der rasche Ausbau der erneuerbaren Energie schafft auch zahlreiche neue Arbeitsplätze, wie im jüngsten Energiebericht der Bundesregierung aus dem Jahre 2003 nachzulesen ist. Dort wird ein Szenario des Wirtschaftsforschungsinstitutes präsentiert, welches aufzeigt, dass konsequente Maßnahmen zur CO2-Einsparung 30.000 bis 40.000 Arbeitsplätze schaffen. Diese Zahlen decken sich auch mit ähnlichen Berechnungen des Biomasse-Verbandes.

Der hohe Ölpreis, nicht der Klimaschutz, kostet Arbeitsplätze

"Es ist immer wieder überraschend", bemerkt Dr. Kopetz, "dass auch bei hohen europäischen Spitzentreffen wie dem jüngsten Rat der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum, Energiepreis und Klimaschutz ignoriert wird." Es liegt auf der Hand, dass die hohen Preise für Erdöl und Erdgas die Produktionskosten erhöhen, die Konsumausgaben der Haushalte wegen der hohen Energierechnungen reduzieren und auf diese Weise den erwarteten Wirtschaftsaufschwung abwürgen. Die zunehmende Arbeitslosigkeit hängt daher mit der steigenden Abhängigkeit von Erdöl und den steigenden Preisen dieses Energieträgers zusammen. Mit einem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energie würde diese Abhängigkeit von hohen Ölpreisen reduziert und gleichzeitig eine Fülle neuer Investitionsmöglichkeiten geschaffen, die Arbeitsplätze brächten. Und so nebenbei würde auch das Klimaschutzziel bis zum Jahre 2020 erreicht werden können.

Mehr Arbeitsplätze durch erneuerbare Energien

Ein Land, das heute auf Klimaschutz und den damit verbundenen Ausbau der erneuerbaren Energie verzichtet, schadet der wirtschaftlichen Entwicklung gleich mehrfach: Die Haushalte und Unternehmen werden noch abhängiger von Öl und Gas und den damit verbundenen Kostensteigerungen. Und: Investitionen in neue Technologien, die in Zukunft wettbewerbsentscheidend sein werden, werden verzögert, die Erderwärmung setzt sich beschleunigt fort und die wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen werden noch größer.

Die Schlussfolgerung kann daher nicht lauten weniger Klimaschutz und mehr Arbeitsplätze, sondern das Gegenteil: Weniger Abhängigkeit von Öl und Gas, neue Investitionsprogramme für den Umbau des Energiesystems zu erneuerbaren Energieträgern und damit mehr Arbeitsplätze bei gleichzeitiger Einhaltung der Klimaschutzziele.

Es ist positiv, dass die europäischen Umweltminister diese langfristigen Ziele in ihren Beschlüssen aufgezeigt haben und dass der Europäische Rat diesen Vorgaben nunmehr weitgehend folgt.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Biomasse-Verband
DI Stephan Grausam
Österreichischer Biomasse-Verband
Franz Josefs-Kai 13, A-1010 Wien
Tel: +43-1-533 07 97-32
Fax: +43-1-533 07 97-90
office@biomasseverband.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BMV0001