"Job in Manila": Geld für Flugticket sollte im Voraus bezahlt werden

AKNÖ warnt vor Betrügern, die die hohe Arbeitslosigkeit für ihre Zwecke nützen

Wien (AKNÖ) - Die Jobsituation in Österreich ist trist. Das bietet zumindest Betrügern interessante Perspektiven. In Inseraten offeriert jetzt eine Firma Jobs in Manila. Wer sich bewirbt, wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen, muss aber das Ticket bereits im Voraus bezahlen. Die Konsumentenberatung warnt davor: Die Firma gibt es nicht. Wer zahlt, ist sein Geld los.

Herr M. hatte sich vernünftigerweise rechtzeitig an die Konsumentenberatung der NÖ Arbeiterkammer gewandt. In einem Inserat hatte er von einer offenen Stelle auf den Philippinen gelesen und sich bei der betreffenden Firma, der "Motor Star Inc. Philippines", als Lagerleiter beworben. Dort hieß es, man sei an einer Zusammenarbeit mit ihm interessiert, und hat ihn nach einem Telefonat sogar zu einem Vorstellungsgespräch nach Manila eingeladen. Herr M. freute sich über das ihm entgegengebrachte Interesse. Er wunderte sich nur, dass er die Flugkosten von 460 Euro im Voraus über "Western Union Transfer" begleichen sollte und bat im Gegenzug die Firma, ihm das Flugticket vorher zuzusenden.

Reisekosten im Voraus

Nein, es sei leider nicht möglich, ihm die Ticketkosten vorzustrecken, meinte die Firma. Es sei nämlich schon einmal passiert, dass jemand Geld und Flug in Anspruch genommen, dann aber nicht zum Vorstellungsgespräch erschienen sei. Die "Motor Star Inc." könne Herrn M. aber ein Angebot machen, hieß es weiters: Er sollte das Geld bei der "Western Union" nur anweisen, aber noch nicht den zur Behebung nötigen zehnstelligen Zahlencode bekanntgeben. Das sollte erst in Manila geschehen. Konsumentenschützer Martin Hofecker:
"Dieses vermeintliche Zugeständnis sollte Herrn M. wohl suggerieren, dass bei der "Motor Star Inc." alles mit rechten Dingen zugehe. Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall: Wir haben herausgefunden, dass es diese Firma gar nicht gibt! Außerdem ist es möglich, das Geld auch ohne den zehnstelligen Zahlencode zu beheben."

Betrüger nützen Ängste aus

Die Konsumentenberatung der AKNÖ warnt daher eindringlich davor, sich auf ein derartiges Abenteuer einzulassen. Konsumentenschützer Hofecker: "Wer das Geld fürs Flugticket nur anweist - selbst ohne Zahlencode - hat keine Chance, es wiederzubekommen."
Auch Josef Staudinger, Präsident der NÖ Arbeiterkammer, zeigt sich bestürzt: "Nicht genug, dass die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt und steigt. Jetzt nützen Betrüger diese Situation auch noch schamlos aus! Ich kann daher an die Menschen nur appellieren, besonders wachsam zu sein."

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