"Neues Volksblatt" Kommentar: "Bundesheer" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. März 2005

Wien (OTS) - =

Dass ein Heer kein Debattierverein sein kann,
versteht sich von selbst. Wer dazu gehört - ob Grundwehrdiener oder Kadersoldat - hat die hierarchische Ordnung zu akzeptieren.
Nicht zu akzeptieren ist, wenn unter Berufung auf das Prinzip "Ober sticht
Unter" Fehlentwicklungen Platz greifen, die letztlich dem Ansehen des Heeres schaden. Schon deswegen gehören die diversen Misshandlungsvorwürfe lückenlos und ohne Rücksicht auf Rang und Namen der Beteiligten aufgeklärt.
Dringend verbessert gehört offenbar aber auch das Image des Soldaten(-beru-
fes). Wenn von höchster Stelle Klage darüber geführt wird, zu wenig geeignetes Personal etwa für die Ausbildung zu finden, dann stellt sich die Frage nach dem Warum in Zeiten des Jobmangels umso lauter. Und wenn die Bundesheer-Beschwerdekommission darauf drängt, verstärkt auf die "Menschenführung" zu achten, dann darf das nicht vom Tisch gewischt werden.
Natürlich ist jede einzelne der 474 Beschwerden (keineswegs ein Rekord) aus dem Vorjahr ernst zu nehmen, letztlich aber auch in Relation zur Größe des Heeres zu sehen.

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