Grillitsch: Kauf österreichischer Eier verhindert Import von Tierleid

Herkunftskennzeichnung auch bei Eier-Fertigprodukten gefordert

Wien (AIZ) - "Österreichs Landwirte halten mit dem neuen strengen Tierschutzgesetz, das im Parlament von allen vier Parteien einstimmig beschlossen wurde, ihre Legehennen nach den weltweit höchsten Anforderungen und Standards. Diese sind sogar deutlich strenger als in der EU und müssen von allen Beteiligten an der Wertschöpfungskette entsprechend honoriert werden, auch durch faire Preise für die heimischen Eier." Das forderte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs, Rudolf Schwarzböck.

Gerade die Konsumenten könnten durch ihre tägliche Kaufentscheidung im Supermarkt mithelfen, die heimische bäuerliche Produktion und damit die Eigenversorgung mit Eiern aus Österreich zu sichern. "Der Griff zu den unter höchsten Auflagen erzeugten heimischen Eiern lohnt sich in jedem Fall. Erstens stellt man damit sicher, ein qualitativ hochwertiges, gesundes und sicheres Ei am Frühstückstisch zu haben und zweitens verhindert man, dass Tierleid importiert wird", so der Bauernbund-Präsident. Die ausländischen Eier, die in Österreich landen, werden nämlich überwiegend zu deutlich niedrigeren Standards in den Bereichen Tierschutz, Futtermittel, Veterinärwesen oder Hygiene als in Österreich produziert. "Und außerdem gibt man den Bauern die Chance, dass sie auch morgen und nach dem Ende der Käfighaltung in Österreich 2009 noch produzieren können. Diese Sicherheit brauchen unsere Bauern, die jetzt durch das Tierschutzgesetz gefordert sind, massiv zu investieren. Der Appell muss daher lauten: Kauft österreichische Eier - wenn Euch nicht das Billigste, sondern nur das Beste gut genug ist", erklärte Grillitsch.

Österreichs Konsumenten sind laut AMA Marketing bereit, für Freilandeier um 4 bis 5 Cent mehr auszugeben, weil die in Österreich produzierten Eier sicherer und frischer sind, besser schmecken und der Bezug zum österreichischen Bauern gegeben ist. "Somit sind alle Anforderungen der Konsumenten an das Produkt Ei abgedeckt", sagte Grillitsch.

Derzeit gibt es in Österreich rund 5 Mio. Hühner, rund 2 Mio. davon im Alternativhaltungsbereich (Bio, Boden- und Freilandhaltung). 2 Mio. Hühner, die für Österreich produzieren, leben heute noch im Ausland. Besonders im Bereich der Weiterverarbeitung (Kuchen, Nudeln, Majonäse) oder in Großküchen werden ausländische Eier verwendet. "Experten sagen uns, dass man 1 Mio. dieser ausländischen Hühner -eventuell sogar mehr - bis 2009 leicht wieder 'einbürgern' könnte. Der Erfolg und die Geschwindigkeit dieser 'Einbürgerungsaktion' hängen letztendlich nur vom Konsumenten und dessen Kaufentscheidung ab. Jeder kann seinen Beitrag leisten, damit der Import von Tierleid gestoppt wird", betonte der Bauernbund-Präsident.

Damit könnte auch zur Arbeitsplatzsicherung und -schaffung im ländlichen Raum beigetragen werden: "Wenn es gelingt, tatsächlich alle 2 Mio. Hühner wieder nach Österreich zu holen, könnten bis zu 1.000 Betriebe neu entstehen", so Grillitsch. Derzeit liege die durchschnittliche Betriebsgröße im Freilandbereich nämlich bei rund 2.000 Hennen. Selbst bei Bodenhaltung, wo die durchschnittliche Betriebsgröße 10.000 Hennen umfasse, würde das immer noch 200 neue Betriebe bedeuten. Dazu komme die ländliche Wertschöpfung im Getreidebereich, wenn man bedenke, dass eine Henne rund 43 kg Futter pro Jahr benötige, 70% davon Getreide und Mais.

Positivbeispiele am Verarbeitungssektor

Laut Grillitsch gibt es auch Positivbeispiele im Bereich der Weiterverarbeiter oder der Großküchen, wo immerhin jedes dritte Ei in Österreich hingeht. "So verwendet etwa McDonalds für seine Muffins und Salate nur österreichische Eier aus Freilandhaltung, und auch Kuner bei der Majonäse oder Spar bei den Eigenmarken setzen auf heimische Eier. Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) in Wien verzichtet seit dem Vorjahr als erste heimische Großküche komplett auf die Verwendung ausländischer Eier und kauft österreichische Freilandeier. Bei einem Jahresverbrauch von 1,5 Mio. Stück und 10.000 Mahlzeiten am Tag ist das keine Kleinigkeit", zeigte sich Grillitsch erfreut. Wichtig wäre, dass möglichst viele Großküchen und Verarbeitungsbetriebe diesem Beispiel folgten und auf qualitativ hochwertige österreichische Eier umstellten.

"In diesem Zusammenhang sollte man auch nachdenken, die Kennzeichnung von Herkunft und Haltungsform bei Fertigprodukten, in denen Eier enthalten sind, vorzuschreiben. Bei den Eiern im Supermarkt ist diese Nachvollziehbarkeit bereits gegeben. Österreichische Eier sind deutlich mit dem Aufdruck 'AT' gekennzeichnet. Man sieht auf den ersten Blick, wie und wo das Ei produziert wurde. Das macht es den Konsumenten leicht, zu heimischen Eiern zu greifen. Ähnliches sollte auch bei Fertigprodukten, die Eier 'made in Austria' enthalten, gelingen", so der Bauernbund-Präsident.

Im Zusammenhang mit seiner Initiative "Geschmack der Heimat" betonte Grillitsch, dass auch die Handelsketten die österreichische Produktion und das Bemühen des Bauernbundes zur Stärkung der österreichischen Produkte unterstützen. "Bereits heute findet man nur mehr vereinzelt ausländische Eier in den Regalen. Billa und Zielpunkt bieten sogar nur mehr heimische Eier aus Boden- und Freilandhaltung an. Auch MPreis in Tirol setzt trotz des großen Drucks aus Deutschland auf österreichische Qualität und erleichtert mit diesem Bekenntnis zu den hohen Tierschutzstandards den Konsumenten die Kaufentscheidung. Wir werden uns aber nicht scheuen, weiterhin Missstände - auch medial - aufzuzeigen, ganz egal, wo sie passieren. So werden bei Lidl derzeit zehn Stück gefärbte Ostereier um 79 Cent angeboten. Dabei handelt es sich ausschließlich um ausländische Käfigware, was wir eindeutig ablehnen", erklärte Grillitsch. (Schluss)

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