NÖ-Kulturforum: Rennermuseum in Gloggnitz ab 2. April wieder geöffnet

Neue Akzente der Renner-Dokumentation - Eröffnung durch Bundespräsident Fischer

St. Pölten (SPI) - Anlässlich des heurigen Gedenkjahres wird die Dokumentation über Karl Renner im Rennermuseum in Gloggnitz wesentlich erneuert. Dazu erarbeitete Dr. Siegfried Nasko ein neues historisches Konzept, das gemeinsam mit dem künstlerischen Gestalter Prof. Gotthard Fellerer umgesetzt wird. Dabei geht es um das exemplarische Herausheben von Phänomenen, Konflikten und Strukturen durch Einbeziehung neuen künstlerisch- technischer Transformationsprozesse. Archivalien und museale Exponate werden durch Kunstobjekte angereichert, mit denen besonders bedeutungsvolle geschichtliche Ideen oder Ereignisse erfahrbar gemacht werden.

Weitgehend unverändert bleiben die Lebensräume Renners, also Bauernstube und Arbeitszimmer. Im Garten der Rennervilla wird mit der Installierung der Ambrosy-Büste von Renner ein schon von außen sichtbarer Akzent gesetzt. Analog zur Zeitreise-Ausstellung im Obergeschoss erfolgt die Dokumentation in insgesamt elf Meilensteinen. Dabei behandeln die ersten vier im ersten Raum die Bereiche Ausbildung und Beruf, Familie, politische Anfänge und "der k.k. Sozialdemokrat". Unter den Exponaten ist Renners Beamtensäbel besonders zu nennen. Ein eigens angefertigtes Objekt veranschaulicht Renners reformerische Gesamtkonzeption, die der Macht der Ideen vor jener der Gewalt Priorität einräumte. Das gilt für sein Engagement in den Genossenschaften, für die Gründung der Arbeiterbank, für sein nationales Personalitätsprinzip und evolutionäres demokratisches Programm, den Staat demokratisch zu erobern, als auch für seine Friedens- und Menschenrechtsinitiativen.

Die sieben Meilensteine im zweiten Raum dokumentieren die Gründung der Republik Deutsch Österreich und die große Koalition bis 1920, das genossenschaftliche und parteipolitische Engagement, Renner als gescheiterter Brückenbauer, Bürgerkrieg und Diktatur, die Gründung der zweiten Republik, die Anerkennung durch die Alliierten und schließlich NR-und und Bundespräsidenwahlen 1945. Besondere Exponate sind hier Renners Fitnesshantel im Landesgericht 1934, seine Virginia und Aktentasche 1945.
Optisch herausgehoben wird ein Objekt, das den parteitaktischen Rücktritt Karl Renners als Präsident des Nationalrates am 4.März 1933 als Ausgangspunkt einer Kettenreaktion, die Dollfuß zur Errichtung der Diktatur nutzte, was schließlich zur Bürgerkrieg und Anschluss führte.

Den Abschluss und Höhepunkt der Dokumentation bildet der Abschnitt "Renners Eintreten für den Staatsvertrag". Auf einem optisch effektvollen Objekt dokumentieren Fotos Renners Gespräche mit den Vertretern der Alliierten, Zeitungen reflektieren Renners Vorschläge und Ideen zu diesem Thema, vom beteuern der Unschuld Österreichs am Krieg als erstes Opfer Nazideutscher Aggression über den Hinweis auf die wiederhergestellte demokratische Ordnung bis zur Neutralität nach Schweizer Vorbild und den immer wiederkehrenden Ruf, die Besatzungstruppen zu reduzieren und dem Land endlich die volle Freiheit zu geben. Ein besonderes Exponat ist hier Alfred Kubins Federzeichnung nach Renners Vergleich mit den vier Elefanten "Der Traum der Österreicher". Das Slama-Plakat zum 100. Geburtstag Renners 1970 bildet den optischen Abschluss dieses Objekts.

Die Eröffnung der neuen Dokumentation erfolgt am 2. April durch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit Pflanzung einer Renner-Linde und einem Festakt im Schloss Gloggnitz. Ab diesem Zeitpunkt ist das Rennermuseum auch mit den übrigen Ausstellungen Zeitreise, Die Opfermahnen und Krieg am Semmering wieder geöffnet. (Schluss) db

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