WWF: Umweltmusterland hat abgedankt!

Fehlende Klimaschutzziele bis 2050 schwächen Vorreiterrolle der EU

Wien (OTS) - Mit der Entscheidung, die Klimaschutzziele im Rahmen des Kyoto-Protokolls für 2050 nicht näher fest zu legen, nimmt der EU-Frühlingsgipfel ein unerfreuliches Ende für den Klimaschutz. "Was die Umweltminister beschlossen, werfen die Regierungschefs über den Haufen. Nicht nur, dass das angebliche Umweltmusterland Österreich nicht fähig ist, seine Klimaschutzziele zu erreichen, sind Schüssel, Plassnik und Bartenstein verantwortlich für die Verhinderung klarer Ziele bis 2050", stellt Markus Niedermair, WWF Klimaexperte, enttäuscht fest. Somit fehlt nach 2020 das klare Signal, dass die EU es mit dem Klimaschutz wirklich ernst meint und die Empfehlungen der Wissenschaft politisch umsetzt.

Diese Entscheidung massiv hervor gerufen hat am EU-Frühjahrsgipfel vor allem Österreich, vertreten durch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Außenministerin Ursula Plassnik und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Umweltminister Josef Pröll stimmte hingegen einige Tage zuvor klar für die Treibhausgasreduktionsziele von bis zu minus 80 Prozent bis 2050. "Dieser Wert entspricht auch der Vorgabe der internationalen Wissenschaft, um die Erderwärmung unter der kritischen Marke von zwei Grad Celsius zu halten und die allerschlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern", so Niedermair. Gibt es kein klares Ziel für 2050, fällt das Signal der EU an die Wirtschaft und die Staatengemeinschaft weg, sich federführend für die Reduktion der Treibhausgase am internationalen politischen Parkett einzusetzen. "Denn heute werden die Kraftwerke für die nächsten Jahrzehnte geplant. Weiß die Wirtschaft und insbesondere die E-Wirtschaft nicht, wie es konkret weiter gehen wird, sind eklatante Fehlentscheidungen nicht auszuschließen", warnt Niedermair.

Klimaziele bis 2020 fix!
Für die Zielvorgaben bis 2020, die zweite Kyoto-Periode nach 2012, haben sich die Regierungschefs jedoch klar ausgesprochen. Umso mehr muss Österreich nun die Bemühungen verstärken, seine Kyoto-Ziele zu erreichen. "Für Österreich bedeutet diese Einigung, dass zu den momentan fehlenden 30 Prozent weitere 15 bis 30 Prozent an Reduktionsverpflichtungen hin zu kommen", so Niedermair abschließend. "Dafür braucht Österreich einen massiven Kraftakt, der nur unter Einbindung aller politischen Bereiche möglich sein wird."

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