Welser-Möst über Salzburg

Wien (OTS) - Der österreichische Chefdirigent des Cleveland Orchestra, Franz Welser-Möst, spricht in einem Interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe über seine Pläne für die Salzburger Festspiele unter der neuen Intendanz Jürgen Flimms. Zugleich übt er Kritik an der Ausrichtung des Festivals.

Welser-Möst führte ein nach seinen Worten " sehr erfreuliches, intelligentes und interessantes Gespräch" mit dem neuen Konzertchef Markus Hinterhäuser. " Ich werde 2007 das Eröffnungskonzert mit den Wiener Philharmonikern dirigieren. Es wird wohl, passend zur ,Freischütz’-Premiere, etwas aus der Romantik. Die Philharmoniker haben sich jedenfalls eine Bruckner-Symphonie gewünscht. Für 2008 bin ich dann mit dem Cleveland Orchestra eingeladen." Dieses Gastspiel sei allerdings noch nicht fix: " Wir müssen das erst basteln. Wir sind kein 08/15-Tourneeorchester. Wir spielen Residenzen mit mindestens drei Konzerten. Speziell in Salzburg muss etwas Tolles, Unverwechselbares stattfinden."

Anfragen im Opernbereich gab es nach Welser-Mösts Absage für "Freischütz" im Sommer 2007 keine. Die Salzburger Festspiele planen für 2008 jedenfalls "Carmen". Dazu Welser-Möst: " Das habe ich auch gehört. Die Beweggründe dafür würden mich interessieren. Ich habe auch keine Ahnung, wie man das heute besetzt, und wenn ich keine Salzburg-würdige Besetzung habe, würde ich es lieber bleiben lassen. Die beiden letzten großen Dirigenten, die wir dafür hatten, waren Kleiber und Karajan, denn durch die Entwicklung der letzten 30 Jahre haben sich sehr viele Dirigenten von diesem Repertoire abgewandt. Und wo ist der Don José, den man in drei Jahren sehen will? Manches erscheint etwas willkürlich und zufällig. In der Spitzenkultur und im Spitzensport darf es aber nicht zu viele Zufälle geben."

Scharfe Kritik übt Welser-Möst in NEWS am Regie-Ehepaar Herrmann, das für "Così fan tutte" im kommenden Salzburger Sommer den Dirigenten Philippe Jordan vertrieben hat: " Das sind doch die letzten Zuckungen! Das wird es nicht mehr geben, und ich als Intendant würde so etwas nicht zulassen. Jordan hat meine volle Solidarität. Hier sind alle Grenzen überschritten. Ein Regisseur soll mir erst einmal die Partitur erklären, wenn er sie überhaupt lesen kann. Dann darf er mitreden. Dazu kommt, dass die große Zeit der Herrmanns fünfzehn Jahre zurück liegt - so tolle Sachen sie seinerzeit auch gemacht haben."

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