AK-Kritik durch OECD bestätigt: Zuwenig Platz für Kinder

Internationale Studie ortet massive Defizite in der Kinderbetreuung

Wien (OTS) - Die OECD bestärkt die AK in ihrer Kritik im Bereich der Kinderbetreuung. "Es wird genau auf jene Probleme hingewiesen, die auch die AK in ihrer Analyse der von der Statistik Austria erfassten Daten zur Kinderbetreuung festgestellt hat. Wir haben tatsächlich ein massives Betreuungsdefizit bei Klein- und Schulkindern", sagt Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der AK Wien. Im Kindergartenalter von 3-5 Jahren gibt es zwar österreichweit das größte Angebot an Betreuungsplätzen, aber auch da lassen sich die Rahmenbedingungen der meisten Kindergärten nur schlecht mit Erwerbstätigkeit vereinbaren. Einzig in Wien ist die Betreuungssituation für alle Altersgruppen weitgehend zufriedenstellend. Das zeigt auch der Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF), den die Arbeiterkammer entwickelt und von Statistik Austria auswerten hat lassen. "VIF ist ein Kindergarten, der vier Kriterien erfüllt. Er muss mindestens 40 Stunden pro Woche und täglich durchschnittlich 8 Stunden offen haben. Zusätzlich soll an vier Tagen mindestens bis 17 Uhr Betreuung und klarerweise auch täglich ein Mittagessen angeboten werden", sagt Moritz. Kindergärten, die diese Kriterien erfüllen, werden von der AK als "erwerbsfreundlich" eingestuft. Das Ergebnis der AK-Untersuchung ist katastrophal: Nur 31 Prozent aller Kindergärten entsprechen dem VIF. Hervorstechend ist lediglich Wien, wo 80 Prozent diesen Kritierien entsprechen. Tirol (5 Prozent), Vorarlberg (9 Prozent) und Niederösterreich (10 Prozent) sind die VIF-Schlusslichter.

Die AK fordert ein rasches Schließen des Defizits in der Kinderbetreuung - 90.000 Betreuungsplätze fehlen oder sind mangelhaft. Die Kinderbetreuung muss dem Kriterium der Vereinbarkeit von Beruf und Familie entsprechen. Die Finanzierung soll durch eine Lastenteilung zwischen Bund, Länder und Gemeinden in Form eines Zweckzuschusses im Rahmen des Finanzausgleichs sichergestellt werden. Außerdem sollten die öffentlichen Beiträge für die Betreuung in den einzelnen Bundesländern und Gemeinden und die Höhe der Beiträge der Eltern regelmäßig statistisch erhoben werden. "Das schafft Transparenz und ist unerläßlich, um den tatsächlichen finanziellen Bedarf für einen flächendeckenden und erwerbsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung abschätzen zu können", sagt die AK Expertin.

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