Neuwagen zum halben Listenpreis? Arbeiterkammer rät: Finger weg!

Linz (OTS) - Bei der Konsumenteninformation der Arbeiterkammer Oberösterreich häufen sich in jüngster Zeit die Anfragen wegen einer Tiroler Firma, die Autos zu sensationell günstigen Konditionen anbietet. Bei näherer Betrachtung erscheint die angebotene Finanzierungs-Konstruktion aus Anzahlung und Leasing allerdings reichlich instabil. Die AK rät: Finger weg!

"Sie möchten ein Auto, aber nicht viel bezahlen? Wir können Ihnen bis zu 50 Prozent Ersparnis auf Ihr Wunschfahrzeug sichern! Nie wieder Wertverlust, keine Versicherung, Steuern oder sonstiges... Einfach fahren und genießen!" Die Werbung der Firma klingt wirklich verlockend. Doch schon der Firmensitz in Gibraltar sollte potentielle Kunden stutzig machen.

Das Finanzierungskonzept sieht eine Kombination von Anzahlung und Leasing mit bestem Versicherungsschutz vor. Der Kunde zahlt für sein Wunschauto 50 Prozent des Listenpreises. Die Firma least das Fahrzeug und räumt dem Kunden ein Nutzungsrecht für 3 oder 5 Jahre ein.

Die 50prozentige Anzahlung wird bei einer Schweizer Bank angelegt. Aus den Zinserträgen und der Anzahlung werden die Leasingraten und sämtliche Versicherungen sowie Steuern beglichen. Weiters beinhaltet das Finanzierungsmodell nach Angaben der Firma auch Fuhrparkrabatte, die an die Kunden weitergegeben werden, sowie spezielle Versicherungsarrangements. Bei einer der angebotenen Varianten geht das Auto nach 5 Jahren in das Eigentum des Kunden über, ohne weitere Kosten.

Der Konsument erhält jedoch keinerlei Sicherheiten, dass er das Fahrzeug auch tatsächlich die vereinbarte Zeit über nutzen kann. Denn: Leasingnehmer ist die anbietende Firma. Zahlt die Firma die Leasingraten nicht, so wird der Eigentümer (die Leasing-Firma) das Auto sicherstellen und einziehen. In den Verträgen ist zwar eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung vorgesehen - doch hat der Kunde keine Gewähr, dass die entsprechenden Prämien von der Firma bezahlt werden bzw. dass die Versicherungssumme ausreichend ist, um Schäden abzudecken. Auch die Tatsache, dass die 50prozentige Anzahlung zunächst an einen Treuhänder zu überweisen ist, bietet dem Konsumenten in diesem Zusammenhang keine Sicherheit.

Unser Tipp daher: Finger weg von derartigen Angeboten.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001