Ernst-Jandl-Preis für Lyrik 2005 geht an österreichischen Dichter Michael Donhauser

Ernst Jandl-Lyrik-Tage vom 17.-19. Juni in Neuberg/Mürz

Wien (OTS) - "Michael Donhauser ist ein unzeitgemäßer Dichter, der seine poetischen Landschaften fernab der Trends und Moden entwirft und es versteht, auch kleine Dinge und Beobachtungen in Poesie zu verwandeln", so Kunststaatsekretär Franz Morak heute, Mittwoch, anlässlich der Bekanntgabe, dass der österreichische Dichter und Schriftsteller Michael Donhauser mit dem Ernst Jandl-Lyrik-Preis 2005 ausgezeichnet wird.

Zum Gedenken an den am 9. Juni 2000 verstorbenen Autor und Dichter Ernst Jandl hat das Bundeskanzleramt auf Initiative von Staatssekretär Franz Morak den Ernst-Jandl-Preis für Lyrik gestiftet. Der Preis wird im zwei Jahresrhythmus für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Lyrik vergeben und ist mit Euro 14.600 dotiert.

Der Ernst-Jandl-Preis verfolge nicht das Ziel, den besten Ernst-Jandl-Epigonen auszuzeichnen. Worum es aber sehr wohl gehen soll, so Morak, dürfte durchaus im Sinne des großen österreichischen Dichters sein, "nämlich um die Kompromisslosigkeit und den Eigensinn von Texten, die neue Maßstäbe gesetzt haben oder setzen", so der Staatssekretär.

Der Preis wird am 18. Juni im Rahmen der Ernst-Jandl Lyrik-Tage, einer dreitägigen Veranstaltung zur Gegenwartslyrik, die vom 17.-19. Juni 2005 in Anwesenheit von Friederike Mayröcker in Neuberg/Mürz stattfindet, vergeben. "Die Ernst-Jandl Lyrik-Tage wollen eine lebendige Auseinandersetzung mit Jandls einzigartigem Werk und mit jener Gegenwartsliteratur anregen, die mit ihm in der einen oder anderen Weise verbunden ist", so Morak.

Seit 2001 etabliert sich Neuberg/Mürz als der internationale Treffpunkt für deutschsprachige Lyrik. Besonders erfreulich sei, dass nach dem deutschen Thomas Kling (2001) und dem Schweizer Felix-Phillip Ingold (2003) nun ein österreichischer Lyriker ausgezeichnet werde, so der Staatssekretär. Michael Donhauser ist von Anfang an Vortragender bei den Ernst Jandl Lyrik-Tagen gewesen. "Seine Werke sind von einer stillen Sprache ohne Effekte geprägt", so Morak.

Michael Donhauser, 1956 in Vaduz geboren, studierte Germanistik und Romanistik; seit 1986 Veröffentlichungen und Auslandsaufenthalte. Donhauser wurde 1990 mit dem Manuskripte-Preis und 1994 mit dem Christine Lavant Lyrik-Preis ausgezeichnet, des weiteren erhielt er 2001 den Mondseer Lyrikpreis, 2002 den Christian-Wagner-Preis und 2004 den Meraner Lyrikpreis. Michael Donhauser lebt in Wien und Maienfeld (Schweiz). Insbesondere sind seine Prosa-Gedichte "Die Wörtlichkeit der Quitte" (Verlag Droschl, Graz, 1990) und der Lyrikband "Sarganserland" (Urs Engeler Editor, Weil am Rhein, 1999) sowie seine Rimbaud-Übersetzungen (Urs Engeler Editor, Weil am Rhein, 1998) hervorzuheben. Zuletzt erschienen "Vom Schnee" (Urs Engeler Editor, Weil am Rhein, 2003), "Venedig: Oktober", halbe Sonette (Wunderhorn Verlag, Heidelberg, 2003) und "Vom Sehen" (Urs Engeler Editor, Weil am Rhein, 2004).

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