Medizinische Softwarehersteller sind schlagkräftig wie nie zuvor

Der ÖMS, der Verband der österreichischen medizinischen Softwarehersteller, präsentiert sich der Öffentlichkeit. Wien (OTS) - Zehn Tage nach Gründung des Verbandes Österreichischer Medizinischer Softwarehersteller (ÖMS) vertritt der Verband 16 Unternehmen, die 70 Labors, 90 Krankenhäuser und 7.000 Ordinationen in ganz Österreich mit Softwarelösungen versorgen. Klaus Propst, Präsident des ÖMS, ist vom eigenen Erfolg selbst überrascht: "Die Anzahl der Mitglieder hat unsere Erwartungen jetzt schon übertroffen, wir bekommen täglich neue Anfragen von begeisterten und interessierten Softwareunternehmern, die sich uns anschließen wollen. Das beweist, dass ein Verband der medizinischen Softwarehersteller absolut notwendig ist."

Vor der Gründung des Verbandes waren die Unternehmen etwa bei Verhandlungen mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger oder bei Kontakten mit den Krankenkassen auf sich allein gestellt - und oft benachteiligt. "Damit ist jetzt Schluss", kündigt Propst an: "Der ÖMS versteht sich als Sprachrohr aller Unternehmen in der medizinischen Softwarebranche. Alle Mitglieder werden bei Verhandlungen durch den ÖMS vertreten und ständig auf dem Laufenden gehalten. Wir sind jetzt so schlagkräftig wie nie zuvor."

Die Ziele des neuen Verbands sind:

  • Stärkung der Branche, Sprechen mit "one voice"
  • Regelmäßige und rasche Information aller ÖMS-Mitglieder über politisch brisante Themen
  • ÖMS als der starke Ansprechpartner für Verhandlungen mit Ministerium, Sozialversicherung und Ärztekammer

So ist der ÖMS der Ansprechpartner für die viel diskutierte Abwicklung und Umsetzung der elektronischen Chefarztpflicht. Außerdem erwartet der ÖMS auch Verbesserungen im Zusammenhang mit Tarif-Updates und gesetzlichen Änderungen: Bis dato musste sich jedes Unternehmen die neuesten Informationen der Krankenkassen über Umwegen selbst besorgen, z. B. von den Ärzten - damit wurden die Unternehmen oft in die Rolle des Bittstellers gedrängt. Damit ist es jetzt vorbei: Künftig sollen die neusten Daten dem ÖMS direkt von den Sozialversicherungen übermittelt werden und somit viel rascher allen ÖMS-Mitgliedern zugänglich sein.

Darüberhinaus wird der ÖMS zu aktuellen Themen, etwa dem Thema Peering Point, Arbeitskreise bilden und an politischen Diskussionen und Verhandlungen aktiv teilnehmen - etwa im Rahmen der E-Health-Initiative der Bundesregierung.

Die Entwicklung der Branche

Medizin ist heute weit mehr als das Verschreiben von Arzneimitteln. Computer und Software sind längst einem wesentlichen Faktor im Gesundheitswesen geworden: vor 30 Jahren hatten wenige Pioniere mit dem Einsatz von Medizinsoftware begonnen. Vor 20 Jahren gab es gerade einmal 50 Ärzte, die mit EDV ausgestattet waren. Heute setzen mehr als 10.000 Ordinationen in Österreich Computer ein. Diese Entwicklung zeigt sich auch am Bildungs-Sektor mit dem Studienfach medizinische Informatik.

Die Medizinischen Softwarehersteller entwickeln heute Software für

  • Informationsverwaltung in Arztpraxen, Krankenhäusern und Labors
  • Medizinische Dokumentation für Ärzte
  • Medizinische Wissensdatenbanken
  • Schnittstellenprogramme für medizinische Geräte
  • das Verschicken von Befunden, Röntgenbildern, etc. sowie
  • Telemedizin

Aktuelles zum Peering Point

Die gemeinsame Pressekonferenz von ÖMS und ARGE Daten rund um die geplante Gründung der Peering Point GmbH hat vergangene Woche für einigen Wirbel gesorgt. Wie berichtet, haben Ärztekammer und Hauptverband die Peering Point GmbH als einheitliche Schnittstelle für alle Anbieter im Gesundheitsbereich geplant. Diese Peering Point GmbH soll nach Vorstellung der Gesellschafter den gesamten Datenfluss im Medizinbereich bestimmen und kontrollieren. Kritik am Monopol über die Patienten- und Ärztedaten kam von Datenschützer Hans Zeger (ARGE-Daten), aber auch die Ärzteschaft meldet sich immer öfter kritisch zu Wort:

Dr. Christian Euler, Präsident des Österreichischen Hausärzteverbands, bringt die Kritik am Peering Point auf den Punkt:
"Der Peering Point ist aus zwei Gründen ein Problem für die Ärzteschaft:

1. Diese angebliche Lösung bringt uns nichts Neues. Die angekündigten Leistungen haben wir jetzt schon auf freiwilliger Basis und zu angemessenen Preisen. Die Peering Point GmbH bringt im Gegenteil für funktionierende Systeme nur Wettbewerbs- Nachteile. 2. Der Peering Point bedeutet für uns Ärzte höhere Kosten. Hier werden wir das geplante Monopol spüren, weil wir von Dritten ausgehandelte Preise bezahlen müssen. Wir haben leidvolle Erfahrungen, was passiert, wenn unsere Standesvertretung für uns Tarife aushandelt."

Und Georg Chavanne, Geschäftsführer X-Com Datensysteme GmbH, ergänzt: "Diesen Verband brauchen wir schon ganz dringend, um uns zur Wehr zu setzen."

Schebesta: "Vertreter von politischen Parteien sind durch unsere Pressekonferenz auf die Brisanz des Peering Point-Themas aufmerksam geworden." Die nächsten Schritte des ÖMS-Vorstands: "Wir suchen das Gespräch mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und der Ärztekammer, um gemeinsam konstruktive Lösungen für Ärzte und Patienten zu finden."

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