Landesrätin Stöger: Bildung reduziert Armutsgefährdung der Frauen

Rasche Schaffung einer Frauen-Arbeitsstiftung gefordert

Linz (OTS) - 200.000 Frauen in Österreich leben in akuter Armut
und weitere 14 Prozent der weiblichen Bevölkerung (571.000 Frauen) sind armutsgefährdet. Besonders von Armut betroffen sind Alleinerzieherinnen, Frauen in kinderreichen Familien und Pensionistinnen. Frauen-Landesrätin Dr. Silvia Stöger fordert neuerlich die rasche Schaffung einer Frauen-Arbeitsstiftung.

Laut aktuellem Sozialbericht der Arbeiterkammer OÖ galten 1999 11 % der österreichischen Bevölkerung als armutsgefährdet. 2003 waren es bereits 13,2 % (1,044.000 Menschen). Frauen sind mit 14 % (571.000) überdurchschnittlich betroffen (Männer hingegen 12,3 %). Vor allem die erwerbstätigen (!) Alleinerzieherinnen sind mit 28 % besonders gefährdet.

"Bildung reduziert Einkommensarmut", so Stöger, die sich als Frauenlandesrätin besonders für die SP-Forderung nach Schaffung einer Arbeitsstiftung für Frauen einsetzt. "Frauen, die nach Kinderbetreuung den Wiedereinstieg ins Berufsleben suchen oder deren Qualifikation sich innerhalb ihrer Kinderpause überholt hat, sollen durch die Arbeitsstiftung wieder eine reelle Chance auf einen qualifizierten Arbeitsplatz bekommen"

Je höher der Bildungsgrad desto höher der Beschäftigungsgrad und desto niedriger die Armutsgefährdung. Bei Vollzeit-Erwerbstätigen bleibt die Armutsgefährdung mit 8 % deutlich unter dem Wert der Gesamtbevölkerung (13,2 %). Personen mit qualifizierterer Tätigkeit sind mit 3 % am geringsten gefährdet. Langzeitarbeitslose und Alleinerzieherinnen haben mit 36 bzw. 31% ein fast dreimal so hohes Risiko, in Armut zu geraten. Stark gefährdet sind jedoch auch Personen mit unregelmäßiger Beschäftigung.

"Um die Not vor allem der Frauen in Oberösterreich zu lindern, ist neben der Bundespolitik auch die Landespolitik gefordert", ist Stöger überzeugt. "Von Jobverlust, Krankheit oder Scheidung und dadurch ein Abrutschen in die Armut sind verstärkt Frauen betroffen", so Stöger. "Fälle wie der nachstehende sind keine Einzelschicksale. "

Eine Frau, 47 Jahre alt, 4 Kinder, war durch die familiäre Situation gezwungen, Arbeit zu suchen. In ihrer Partnerschaft war sie lange Jahre mit Alkohol, Gewalt und finanziellen Problemen konfrontiert. Zuletzt eskalierte die Situation dadurch, dass der Mann ihr den Unterhalt verweigerte. Die Frau war diesen Belastungen nicht mehr gewachsen und vollzog die Trennung. Das Einkommen des Mannes war so gering, dass sie von dem ihr zustehenden Unterhalt nicht existieren konnte. Zudem musste sie ihren Unterhalt bei Gericht erst einklagen. Sie versuchte verzweifelt Arbeit zu finden, was ein nahezu aussichtsloses Unterfangen war. Die Frau hatte vor der Geburt ihrer Kinder im Verkauf gearbeitet, wobei der berufliche Abschluss fehlt. Sie erfüllte keine Kriterien, die ihr einen Leistungsbezug beim AMS ermöglichten und war daher auch benachteiligt, was z.B. Kursmaßnahmen anbelangte. Erschwerend war ihre eingeschränkte Mobilität, da sie am Land lebte.

Dies sei ein typischer Fall, bei dem mit der Arbeitsstiftung für Frauen geholfen werden könnte, betont Frauenlandesrätin Stöger.

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