Kinderfreunde präsentieren neue Studie zur aktiven Vaterschaft

Aktive Väter brauchen mehr Unterstützung

Wien (SK) Gernot Rammer, Geschäftsführer der Kinderfreunde, präsentierte am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Autorin Sonja Brauner eine Studie über die "Individuelle Machbarkeit aktiver Vaterschaft", des Instituts für Kinderrechte & Elternbildung. "Väter sind heute viel engagierter als ihre eigenen Väter waren" lesen Autorin Brauner und Gernot Rammer gleichermaßen aus dem Ergebnis der Studie heraus. ****

Bis zu einer geschlechtergerechten Demokratie ist es aber noch ein langer Weg. Positive Beispiele in Skandinavien, und die Wünsche vieler Väter und Mütter weisen uns aber die Richtung. "Es braucht staatliche Maßnahmen die aktive Vaterschaft unterstützt. Immer mehr Eltern wünschen sich eine bessere Aufteilung der Erziehungs- und Betreuungsarbeit zwischen den Geschlechtern. Die Rahmenbedingungen dafür müssen aber noch geschaffen werden", forderte Gernot Rammer.

Die vorliegende Studie zeigt deutlich auf, wieso Wunsch und Wirklichkeit engagierter Vaterschaft so weit auseinander klaffen. Im Rahmen der qualitativen Studie wurden 12 Väter mittels Tiefeninterviews befragt, die jeweils einjährige Kinder haben. Die Studie ist unter www.kinderfreunde.at <http://www.kinderfreunde.at> downzuloaden.

Die wichtigsten Schlussfolgerungen aus der Studie:

* Vaterschutzmonat: Väter wünschen sich vor allem in den ersten Wochen mehr Zeit fürs Baby. Alle befragten Väter hätten einen Vaterschutzmonat gerne in Anspruch genommen. Die Kinderfreunde fordern daher das Recht auf vier Wochen zusätzlichen Urlaub anlässlich der Geburt des Kindes.

* Paarbeziehung: Die Beziehung zwischen Vater und Mutter wird im ersten Lebensjahr des Kindes enorm belastet, alles dreht sich ums Kind, für die Beziehung bleibt kaum Zeit. Besonders Eltern ohne unterstützendem sozialen Umfeld wie Großeltern und Freunde benötigen Einrichtungen, an die sie sich wenden können. Es werden daher in ausreichendem Ausmaß Beratungsstellen, Eltern-Kind-Zentren und ähnliche Einrichtungen benötigt.

* Flexibleres Kinderbetreuungsgeld: Väter sind eher bereit, ihre Arbeitszeit zu reduzieren als voll aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Dem muss auch das Kinderbetreuungsgeld im Sinne einer flexibleren Gestaltung entsprechen und sich an die individuellen Lebensentwürfe der Familien anpassen.

* Flexiblere Kinderbetreuungsangebote: Ebenso an die unterschiedlichen Lebensentwürfe und flexiblen Arbeitszeiten der Eltern anpassen müssen sich auch die Kinderbetreuungsangebote. Manche Eltern brauchen etwa Betreuungsmöglichkeiten für nur ein oder zwei Tage pro Woche. Darüber hinaus muss die ausreichende Versorgung mit Kinderbetreuungsangeboten sichergestellt werden.

* Bewusstseinskampagne: Neben den strukturellen Maßnahmen - mehr Zeit, mehr Geld, mehr Kinderbetreuung - muss Väterförderung vor allem auch Beratung und Vätertraining beinhalten. Das beste Väter-Bewusstsein hilft nichts, wenn die Strukturen ein Ausleben der Väterrolle nicht zulassen, aber auch umgekehrt greifen die väterfreundlichsten Einrichtungen nicht, wenn kein Bewusstsein vorhanden ist. (Schluss) up/mp

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