"Neues Volksblatt" Kommentar: "Brüssel" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 22. März 2005

Linz (OTS) - =

Von Brüssel als Synonym für einen bürokratischen
Apparat reden und Aussichtslosigkeit meinen ist oft eins. Auch wenn das ein Vorurteil ist - es hält sich schon deswegen hartnäckig, weil vieles an Brüsseler EU-Entscheidungen so schwer nachvollziehbar ist. Geht es nach Brüssel, dann muss es in der Landwirtschaft ein Nebeneinander von traditioneller Bewirtschaftung und einer Bewirtschaftung mit Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut geben. Oberösterreich will diese "Koexistenz" nicht und ist in einen anfänglich von Experten als aussichtslos bezeichneten Instanzenzug marschiert. Schon dass man seine Argumente gegen die Ablehnung des Gentechnikverbotsgesetzes vor dem Europäischen Gerichtshof vorbringen konnte, kam unerwartet. Dass man dort viel länger als geplant befragt wurde, war ein nächster Erfolg. Und dass jetzt selbst in der EU-Kommission in dieser Frage Zweifel aufkommen (siehe Seite 5), ist wohl nicht zuletzt ein Verdienst dieser oberösterreichischen Initiative, der mittlerweile schon 20 europäische Regionen angehören. Es scheint, als sei >=Brüssel" doch nicht so uneinnehmbar.

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