"Man nannte mich sogar Professor": sieben Ö1-Sendungen zum 200. Geburtstag von Hans Christian Andersen

Wien (OTS) - Am 2. April jährt sich der Geburtstag von Hans Christian Andersen zum 200. Mal. Ö1 widmet dem dänischen Dichter und Schriftsteller aus diesem Anlass sieben Sendungen.

In der "Literatur-Miniatur" am Donnerstag, den 31. März (16.55 Uhr) wird das Buch "Der Schatten. Hans Christian Andersens Märchen -gesehen von Günter Grass" (Steidl Verlag) vorgestellt. Andersens Märchen werden nicht nur immer neu und anders gelesen, sie werden auch immer aufs neue gesehen: Seit über eineinhalb Jahrhunderten ziehen sie Illustratoren geradezu magisch an. Günter Grass hat die Auswahl dieses Bandes - viele bekannte, viele weniger bekannte Erzählungen - selbst getroffen und in Lithographien umgesetzt.

"Man nannte mich sogar Professor" lautet der Titel der "Tonspuren" am Freitag, den 1. April ab 22.15 Uhr in Ö1 (Wiederholung: Sonntag, 3. April, 21.15 Uhr). Barbara Denscher begibt sich auf die Spuren von Hans Christian Andersen in Österreich. Der dänische Märchenerzähler war einer der reisefreudigsten Schriftsteller seiner Zeit. Auf seinen Fahrten, die ihn oft monatelang quer durch Europa führten, kam er auch mehrere Male nach Österreich, besuchte Innsbruck, Salzburg und Linz und hielt sich wiederholt längere Zeit in Wien auf. Seine umfangreichen Aufzeichnungen dazu dokumentieren intensives Sightseeing und liefern viele Details zur österreichischen Kulturgeschichte. So war Andersen unter anderem mit Grillparzer und Liszt befreundet, er erlebte Nestroy als Schauspieler und Johann Strauß Vater als Dirigent. Vor allem aber belegen die Reisenotizen, dass Andersen durchaus nicht jenem Klischeebild vom scheuen, bescheidenen Poeten entsprach, das heute oft von ihm gezeichnet wird. Sehr selbstbewusst pochte er auf die Anerkennung seiner Verdienste, und als einen besonderen Triumph vermerkte er in seinem Tagebuch, dass man ihn in Wien "sogar Professor" nannte.

In der "Hörspiel-Galerie" am Samstag, den 2. April (14.00 Uhr) stehen zwei Andersen-Werke auf dem Programm. "Die Nachtigall" wird von Will Quadflieg gelesen, Regie: Friedhelm Ortmann, Komposition:
Enno Dugend und Paul Angerer. In "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" wirken Andreas Schneider, Henriette Heinze und Emma Lüning mit, Bearbeitung und Regie: Matthias Baxmann.

Unter dem Titel "Lieder der Nixen und Nachtigallen" beschäftigt sich Gustav Danzinger in der Ö1-"Musikgalerie" am Montag, den 4. April ab 10.05 Uhr mit Hans Christian Andersens Werk in der Musik:
Andersens Märchen sind häufig Vorlagen für Kompositionen geworden, interessanterweise nicht nur als Stoffquelle für Bühnenwerke - wie im Fall von Helmut Lachenmanns "Mädchen mit den Schwefelhölzern" oder Igor Strawinskys "Le Rossignol" - sondern auch für reine Instrumentalwerke, wie etwa Alexander Zemlinskys große symphonische Dichtung "Die Seejungfrau". Daneben haben die Komponisten - von Edvard Grieg bis Robert Schumann - aber auch den Lyriker Andersen entdeckt: und hier reicht die Spannweite von Liebeslyrik über Naturbewunderung bis zum Aufschrei wider die Mächtigen.

In den "Radiogeschichten" (11.40 Uhr) am 4., 5. und 6. April stehen drei Andersen-Märchen auf dem Programm. Am Montag liest Elisabeth Orth "Das hässliche junge Entlein", am Dienstag Johann Adam Oest "Das Metallschwein" und "Die Blumen der kleinen Ida" werden am Mittwoch von Michael König gelesen. Mehr zum Programm von Österreich 1 ist abrufbar unter: http://oe1.ORF.at (ih)

Rückfragen & Kontakt:

ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
Tel.: (01) 501 01/18050
isabella.henke@orf.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HOA0002