Tierisch gute Beratung

"Konsument" testet Tierhandlungen: Kompetente Beratung, aber Mängel bei Haltung.

Wien (OTS) - Immer öfter landen in den Osternestern neben bunten Eiern und Schokohasen auch lebende Kaninchen. Doch viele Eltern wissen nicht, was sie sich mit dem tierischen Nachwuchs einhandeln. Umfassende Beratung vor dem Kauf ist daher nötig. Das Verbrauchermagazin "Konsument" hat rechtzeitig vor Ostern zehn Wiener Tierhandlungen einem Test unterzogen: Neben der Beratungsqualität flossen auch die Haltungsbedingungen in den Geschäften in die Bewertung ein. Das Ergebnis wird Tierliebhaber freuen: Bis auf eine Ausnahme schneiden alle getesteten Zoohandlungen gut ab. Aber:
Schwächen bei Umsetzung des neuen Tierschutzgesetzes.

Die "Konsument"-Testerin informierte sich in Einzelgeschäften, Shops in Einkaufszentren sowie in einem Gartenfachmarkt über Zwergkaninchen, deren Haltung und Pflege sowie anfallende Kosten. Zudem sah sie sich die Haltungsbedingungen in den Geschäften genauer an.

Das Ergebnis überraschte selbst "Konsument"-Tester: Ausgerechnet Gartenfachmarkt "Dehner" erfüllt als einziger Anbieter sämtliche Prüfkriterien - neben einer gepflegten Kleintierabteilung punktet der Testsieger vor allem mit erstaunlich kompetentem Verkaufspersonal. Auch der Testzweite, die Tierhandlung "Bruno Hiesel" beeindruckt -und zwar mit qualitativ hochwertigem Angebot an offenem Futter und sachkundiger Information. Fazit: Bis auf einen Ausreißer bieten alle Geschäfte erfreulich gute Beratung.

Anlass für Kritik gab jedoch die Umsetzung des neuen Tierschutzgesetzes, das seit 1. Jänner 2005 in Kraft ist. "Zoo-Paradies Auersberg" bot nicht nur die schlechteste Beratung im Test, sondern verstieß auch gegen viele neue Bestimmungen: So wurden im Geschäft mehrere Hunde und Katzen gehalten, obwohl das seit Anfang 2005 verboten ist. Da die Untersuchung kurz nach Inkraft-Treten durchgeführt wurde, flossen die Verstöße nicht in die Bewertung ein. Allerdings hat "Konsument" die Zoohandlung dem Wiener Tierschutz-Ombudsmann gemeldet. Aber auch bei anderen Anbietern scheint sich die neue Regelung noch nicht herumgesprochen zu haben:
Einige präsentierten verbotenerweise ihre Tiere in der straßenseitige Auslage. "Konsument" fasst deshalb Nachtests ins Auge.

Wer den Nachwuchs zu Ostern mit einem lebenden Osterhasen überraschen möchte, sollte unter anderem beachten: Kaninchen sind keine Einzelgänger, am besten immer zwei Artgenossen kaufen. Die Käfige müssen geräumig sein, dennoch ist der tägliche Freilauf Pflicht.
"Konsument" rät, Spontankäufe zu vermeiden und sich vorab ausführlich zu informieren: Kaninchen bedeuten Verantwortung für bis zu zehn Jahre. Kinder sind aber erst ab etwa zwölf Jahren in der Lage, ein Tier zu versorgen. Bis dahin, und sehr oft auch später, müssen Erwachsene die Versorgungsarbeit übernehmen bzw. überwachen.

Das Verbrauchermagazin warnt auch davor, die Kosten zu unterschätzen: Artgerecht gehaltene, gut versorgte Kaninchen gehen ganz schön ins Geld. Neben Anschaffungskosten von etwa 150 Euro für zwei Kaninchen und Käfig sind pro Jahr durchschnittlich 400 Euro zu berappen. Allein die Ausgaben für Futter und Einstreu nagen mit 20 bis 40 Euro monatlich am Haushaltsbudget. Und auch ein Arztbesuch kann teuer kommen.

Mit welchen Kosten sonst noch zu rechnen ist, wie Kaninchen artgerecht gehalten werden und wie die Testergebnisse im Detail aussehen, steht im April-"Konsument". Das neue Heft erscheint am 30. März, den Test "Tierhandlungen" gibt's schon vorab unter www.konsument.at.

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Eva Kolber
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