Umweltdachverband zum Weltwassertag: Unsere Flüsse brauchen mehr Schutz!

- Die letzten unverbauten Flussabschnitte müssen für E-Wirtschaft tabu sein - Öffentlichkeitsbeteiligung ist der Schlüssel für eine nachhaltige Wasserzukunft

Wien (OTS) - "Der Zustand der heimischen Gewässer ist keinesfalls berauschend", konstatiert Mag. Georg Raffeiner, Wasserexperte des Umweltdachverbandes, anlässlich des morgigen Weltwassertages 2005. Demnächst wird die Bestandsanalyse nach EU-Wasserrahmenrichtlinie der heimischen Gewässer veröffentlicht und diese zeigt ganz klar, dass unsere Flüsse und Bäche dringend mehr Schutz brauchen", übt Raffeiner Kritik an der heimischen Wasserwirtschaft. Schon nach dem 1. Entwurf zeigt sich bei 41% der Fließgewässer ein sicheres Risiko der Zielverfehlung eines guten Zustandes der Gewässer bis 2015 -betroffen ist damit fast jeder zweite Fluss in Österreich! 42% gelten als nicht einstufbar, das heißt nur bei 17% der Fließgewässer ist derzeit kein Risiko gegeben, den guten Zustand bis 2015 zu erreichen. "Auch wenn diese Zahlen noch leicht nach unten korrigiert werden -hier besteht dringender Handlungsbedarf!" sagt Raffeiner. "Die Palette der Maßnahmen und Strategien zur Verbesserung der Qualität der Flüsse und Bäche ist breit gefächert und reicht von Renaturierung verbauter Gewässer über Fischaufstiegshilfen bis zur Ökologisierung der heimischen Schutzwasserwirtschaft", betont Raffeiner.

Nationales Gewässerschutzprogramm starten

Ganz konkret bedroht werden auch die letzten unverbauten Flussabschnitte Österreichs, z.B. die Gurgler Ache samt Nebenbächen im Tiroler Ötztal. VertreterInnen der E-Wirtschaft sehen dort die Chance, auf Kosten der Ressource Wasser rasch Kapital zu schlagen. So bedrohen aktuelle Kraftwerksprojekte unter anderem auch den letzten ökologisch intakten Alpenfluss, die Isel in Osttirol. "Die letzten unverbauten Bäche und Flüsse müssen für die E-Wirtschaft tabu sein! Vielmehr sollte endlich der Schutz der noch verbliebenen natürlichen Bachläufe, Flüsse, Feuchtgebiete und Gletscher im Rahmen eines ,Nationalen Gewässerschutzprogrammes‘ in Angriff genommen werden!" bekräftigt Raffeiner - eine Forderung, die bereits im "Jahr des Wassers 2003" von tausenden UnterstützerInnen des Wassermanifestes formuliert wurde.

Bürgerbeteiligung stärken

Die Verbesserung des Zustandes und der Schutz der heimischen Gewässer können nur mit der Einbindung und Beteiligung der Öffentlichkeit bei wasserwirtschaftlichen Planungen erfolgreich sein. Der Umweltdachverband fordert daher eine stärkere Öffentlichkeitsbeteiligung und wird dabei auch vom Europäischen Umweltbüro (EEB) unterstützt. "Die Eigenverantwortung der BürgerInnen ist jedenfalls der Schlüssel für eine nachhaltige Wasserzukunft in Österreich", so Raffeiner abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband
Mag. Georg Raffeiner, Projektmanager & Wasserexperte
Tel.: 01/40 113-23

Dr. Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/40 113-21, sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
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