AK Moritz: "Budget 2006 - Versäumnisse in der Frauenpolitik gehen weiter"

Förderbudget der Frauenministerin macht 2006 nur 3,5 Millionen Euro aus

Wien (OTS) - "Wie sich mit diesem Budget für Frauenförderung die vielen Probleme lösen lassen sollen, weiß niemand", kritisiert Ingrid Moritz, Leiterin der AK Frauenabteilung das Budget 2006 der Regierung. "Mit den geringen Mitteln lassen sich die im Budget genannten Aufgaben wie Gewaltprävention, Förderung der ökonomischen Gleichstellung, Maßnahmen für Chancengleichheit und Integration ins Berufsleben sowie Verringerung der Einkommensschere wohl kaum umsetzen." Das Frauenbudget beträgt im kommenden Jahr insgesamt sechs Millionen Euro - das reine Förderbudget macht nur 3,5 Millionen Euro aus. Mit den großen Budgettöpfen mit Milliardenbeträgen, wie etwa im Familienlastenausgleichsfonds, wird eher der Berufsausstieg und die traditionelle Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern gefördert. "Wie die Frauenministerin mit weniger als einem Euro pro Frau in einem Jahr auch nur irgendein Problem lösen will, ist nicht nachvollziehbar", sagt Moritz.

Die Bilanz der Frauenbeschäftigung in Österreich ist alarmierend:
Mittlerweile arbeiten 40 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, während Vollzeitarbeitsplätze verloren gehen. Die Lohnschere zwischen Männern und Frauen bleibt unverändert groß, und die Arbeitslosigkeit steigt. Im Vergleich zum Jänner des Vorjahres gab es um 6.700 mehr arbeitslose Frauen. Alleine bei Frauen, die nach dem Wiedereinstieg Arbeit suchen, stieg die Zahl um 3.500. In Führungspositionen herrschen weiterhin Verhältnisse wie im Mittelalter: Gerade 3 Prozent von Geschäftsführungspositionen sind mit Frauen besetzt.

"Es braucht eine andere budgetäre Schwerpunktsetzung, die Chancengleichheit am Arbeitsmarkt fördert und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt und nicht konterkariert", sagt Moritz. Notwendig ist: Ein rascher Ausbau der Kinderbetreuung, und zwar mit Rahmenbedingungen, die erwerbsfreundlich sind, sowie eine Wahlmöglichkeit beim Kinderbetreuungsgeld, dieses kürzer, dafür aber zu einem höheren monatlichen Betrag zu beziehen. Zusätzlich bedarf es dringend mehr Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik. Die für Frauen vom Arbeitsmarktservice aufgewendeten Qualifizierungsbeihilfen von rund 210 Mio für 2004 müssen deutlich ausgeweitet werden. Das Frauenförderbudget muss aufgestockt und fokussiert werden, damit tatsächlich gesellschaftliche Impulse zur Gleichstellung gesetzt werden können.

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