"profil": Staatsdruckerei bekommt Auftrag zur Produktion von Biometrie-Reisepässen

Fehlende Ausschreibung führt zu Kritik von Konkurrenzunternehmen - jährliches Auftragsvolumen etwa acht Millionen Euro

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, erhält die Österreichische Staatsdruckerei GmbH den Zuschlag für die Produktion der neuen österreichischen Reisepässe, die ab Herbst ausgegeben werden. Die Dokumente sollen mit biometrischen Identifikatoren - etwa digitalisierten Passfotos und Fingerabdrücken - versehen sein.

"Ich kann bestätigen, dass wir vom Innenministerium beauftragt wurden", so Johannes Strohmayer, Aufsichtsratspräsident der Staatsdruckerei, gegenüber "profil": "Wir starten im Oktober dieses Jahres."

Der Auftrag, der ein jährliches Volumen von mindestens acht Millionen Euro hat, wurde allerdings ohne Ausschreibung an die Staatsdruckerei vergeben. Daran entzündet sich nun Kritik des einzigen potenziellen Konkurrenten in Österreich, der Wiener Austria Card GmbH, einer Tochtergesellschaft der Oesterreichischen Nationalbank.

Friedrich Tupy, Geschäftsführer des Unternehmens, das auf die Herstellung von Bankomat- und Kreditkarten spezialisiert ist: "Wir haben uns etwas gewundert, dass wir nicht einmal eingeladen wurden, ein Angebot zu legen." Austria Card habe ein Herstellungsverfahren entwickelt, das deutlich preiswerter als jenes der Staatsdruckerei sei.

Das zuständige Innenministerium verweist auf die geltende Gesetzeslage, nach der "derartige Aufträge von der Staatsdruckerei erledigt werden müssen". Das Staatsdruckereigesetz räumt allerdings die Möglichkeit ein, auch andere Unternehmen damit zu betrauen -nämlich dann, wenn das "betreffende Produkt dem Bundesorgan bei gleichem Leistungsinhalt und gleichen vertraglichen Konditionen von einem Dritten preislich günstiger angeboten wird".

"Selbstverständlich kann Austria Card die Einhaltung aller erforderlichen Sicherheits- und Geheimhaltungsbestimmungen garantieren", erklärt Austria-Card-Geschäftsführer Tupy. Staatsdruckerei-Aufsichtsrat Strohmayer sieht dies anders: "Wenn wir das nicht machen, dann können die Reisepässe gleich in Bukarest geordert werden."

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