"Erben gesucht": AKNÖ warnt vor dubiosen Geldtransaktionen

Betrüger wollen Geld "vererben" und kassieren dafür "Bearbeitungsgebühren"

Wien (AKNÖ) - Zurzeit versenden Betrüger massenhaft emails, in denen mitgeteilt wird, dass ein reicher Geschäftsmann bei einem Flugzeugabsturz in Afrika ums Leben gekommen sei. Sein Geld liege nun auf einer Bank in Nigeria brach. Damit es behoben werden könne, bedarf es eines europäischen "Erben". Dieser erhalte ein Drittel des Geldes, wenn er zur Transaktion ein Konto in Holland eröffnet. Der Haken an der Sache: Der potenzielle Erbe muss eine "Bearbeitungsgebühr" von 15.600 Euro zahlen, damit der die Erbschaft antreten kann. Die AKNÖ warnt eindringlich davor, sich darauf einzulassen.

Auch ein Konsumentenschützer der AKNÖ wurde mit der Nachricht vom erfreulichen Erbe beglückt. Der Absender, ein gewisser Patrick Anderson, stellte sich als Mitarbeiter der Union Bank Nigeria vor, der mit folgendem Problem konfrontiert ist: Auf der Union Bank Nigeria in Lagos liegen 18,5 Millionen US-Dollar eines verstorbenen Geschäftsmannes. Doch dieses Geld könne nicht behoben werden, da kein naher Anverwandter als Erbe des Vermögens aufzutreiben war.

15.600 Euro Bearbeitungsgebühren

Wenn sich nun jemand - vorzugsweise aus Europa - als "Erbe" des Vermögens deklariert, könne die Bank das Geld beheben - und der "Erbe" bekomme 30 % der deponierten Summe. "100 % risikofrei", wie Herr Anderson anmerkt. Es wird um die Zusendung von Name, Adresse und Telefonnummer des potenziellen Erben gebeten. AKNÖ-Konsumentenberater Martin Hofecker ist zum Schein auf diesen Deal eingegangen: "Ich bekam dann ein weiteres email, in dem ich aufgefordert wurde, ein Konto bei einer Filiale der Union Bank Nigeria LPC in Holland zu eröffnen. Gleichzeitig wäre eine Bearbeitungsgebühr von 15.600 Euro fällig geworden!"

Moralische Erpressung

"Eröffnet tatsächlich jemand dieses Konto in Holland, kassieren die Betrüger die Bearbeitungsgebühren. Auf die Erbschaft wartet man dann vergeblich, denn für die Millionen auf dem Konto in Nigeria gibt es natürlich nicht den geringsten Beweis", wie Hofecker anmerkt. Er warnt eindringlich davor, sich auf solche Geldgeschäfte einzulassen:
"Selbst wenn die Betrüger schreiben, dass das Geld andernfalls an die afrikanische Waffenmafia fallen könnte. Mit diesem vorgeblich moralischen Fingerzeig soll den Menschen der Einstieg in das Geschäft erleichtert werden. Lassen Sie unbedingt die Finger davon, man kann dabei nur verlieren!"

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