Trends und Perspektiven erzieherischer Hilfen in Wien

Erfolgreiche Expertentagung im Rathaus

Wien (OTS) - Rund 700 Experten aus Wien und den Bundesländern
waren am 15. März im Wiener Rathaus zu Gast bei der Enquete "Heim 2000 plus". Es ging - nach der Abschaffung der Wiener Großheime -nun um Zukunftsaspekte bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern und Erziehungsberechtigte kürzer oder längerfristig ihre Erziehungsverantwortung nicht wahrnehmen können. ReferentInnen waren vor allem SozialpädagogInnen, SozialarbeiterInnen und PsychologInnen der MAG ELF, die direkt in der praktischen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen stehen.

Partizipation als roter Faden

Wie ein "roter Faden" ging das Thema "Partizipation" durch die

gesamte Tagung. Die enorme Bedeutung der direkten und von Erwachsenen Meinungen unbeeinflussten Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen wurde in den Mittelpunkt gestellt. Kinder und Jugendliche sind mit ihren Vorschlägen, Anregungen und Wünschen "gefragt", wenn es um Weichenstellungen in ihrem Lebensweg geht, wie das bei der Unterbringung in einem Krisenzentrum, einer Wohngemeinschaft, in einer Pflegefamilie und bei allen damit verbundenen Folge-Entscheidungen der Fall ist. Kinder und Jugendliche deuten oft in verschlüsselter Form an, mit welcher Art der Hilfestellung sie wirklich etwas anfangen können und Fachleute können immer wieder die Erfahrung machen, dass sie von Kindern etwas "dazulernen". Kinder und Jugendliche müssen aber auch insgesamt in demokratische Prozesse einbezogen werden um zu erleben, dass sie von Erwachsenen ernstgenommen werden.

Pflegekinder- und Biografiearbeit

Weitere Schwerpunkte der Tagung war auch die Pflegekinder-Arbeit der MAG ELF. Im Rahmen einer eigens kreierten Werbelinie mit dem Slogan "Bringen Sie das zusammen? hat die Stadt Wien Pflegemamas und Pflegepapas" gesucht und auch gefunden. Eine zukunftsweisende Errungenschaft ist dabei die Möglichkeit, Pflegeeltern eine Anstellung zu bieten, damit verbunden sind eine Ausbildung und in Folge Fortbildungen sowie eine fachkundige sozialarbeiterische Begleitung des Pflegeverhältnisses. Im Zusammenhang damit steht auch die sogenannte "Biografiearbeit", wo sich Kinder und Jugendliche gemeinsam mit SozialarbeiterInnen und Pflegeeltern auf "Vergangenheitssuche" begeben. Das sorgfältige Sammeln und Bewahren von lebensgeschichtlich bedeutsamen "Erinnerungen" und Aufzeichnungen gehört zur Biografie jedes betreuten Kindes und Jugendlichen.

Zusammenhang zwischen Bildungsmöglichkeit und Lebenschancen

Ebenfalls präsentiert wurden Konzepte für neue Betreuungsformen in Krisenzentren und Wohngemeinschaften, wie beispielsweise Sozialpädagogisches Familiencoaching, das Anbieten spezieller Trainingsprogramme für Problem-Kids, die Schaffung von Sozialtherapeutischen Tageszentren und von Mädchenwohngemeinschaften für Mädchen nach sexueller oder anderer Gewalterfahrung sowie die Intensivierung und verstärkte Nutzung der mulitprofessionellen Zusammenarbeit. In der abschließenden Experinnendiskussion wurde einmal mehr darauf hingewiesen, dass Lebenschancen von Kindern im engen Zusammenhang mit ihren Bildungsmöglichkeiten und den wirtschaftlichen Bedingungen stehen, in denen Familien leben. (Schluss) kop

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