Textilindustrie: KV-Verhandlungen unterbrochen

Arbeitgeber stellen unannehmbare Flexibilisierungs-Forderungen

Wien (ÖGB/GPA/GMT) - Am 15. März 2005 fand die erste Verhandlungsrunde über den Kollektivvertrag für rund 14.500 Beschäftigte der Textilindustrie statt. Die Gewerkschaft Metall -Textil (GMT) und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) hatten den Arbeitgebern ihre Forderungen bereits im Vorfeld übergeben.++++

Die Gewerkschaften forderten unter anderem die Erhöhung der Ist-Löhne und -Gehälter, der Mindestlöhne und -Gehälter sowie der Lehrlingsentschädigungen. Auch im Rahmenrecht wollten die Gewerkschaften Modernisierungen, zum Beispiel zum Thema Angleichung der Rechte der ArbeiterInnen an die der Angestellten bei Kündigungsfristen oder Dienstverhinderungsgründen, Regelungen für Teilzeitbeschäftigte sowie die Erhöhung der Reisekosten- und Trennungsentschädigung und der Messegelder.

Bei der ersten Verhandlungsrunde am 15. März haben Arbeitgeber und Gewerkschaften die wirtschaftliche Lage der Branche diskutiert. GMT und GPA haben ihre Forderungen erläutert, die Arbeitgeber haben diese aber weitgehend abgelehnt. Sie haben außerdem ein eigenes Forderungspaket auf den Tisch gelegt. Darin sind unter anderem die Streichung von Zuschlägen, längeres Arbeiten, die Verkürzung der täglichen Ruhezeit oder das Ausschalten der KV-Partner bei Durchrechnung der Arbeitszeit enthalten.

Große Gegensätze bei Arbeitszeitforderungen

"Gewerkschaften und Arbeitgeber sind in grundsätzlichen Standpunkten noch sehr weit von einander entfernt", sagt Karl Haas, Zentralsekretär der Gewerkschaft Metall - Textil. "Die allgemeine Diskussion über die Flexibilisierung von Arbeitszeiten hat sich offenbar auch in der Textilindustrie breit gemacht." "Bei den Forderungen der Arbeitgeber zum Thema Arbeitszeit sind die Gegensätzlichkeiten besonders groß", meint Karl Proyer, Geschäftsbereichsleiter der GPA. "Die Arbeitgeberverhandler konnten keine Betriebe nennen, in denen die Punkte, die sie verlangt haben, wirklich gebraucht werden." Nach langen Verhandlungen wurden die Gespräche ohne Ergebnis unterbrochen. Ein weiterer Verhandlungstermin wurde für den 29. März 2005 vereinbart.

ÖGB, 16. März
2005
Nr. 158

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