Stenzel kritisiert einseitige Sichtweise des Rates bei Kroatien

Europaparlament unterstützt Kroatien und Sanader

Brüssel, 16. März 2005 (ÖVP-PD) "Der kroatische Premierminister Ivo Sanader ist zurecht empört. Der Rat feilscht soeben nochmals um die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Kroatien. Trotz großer Unterstützung von zumindest 10 Mitgliedstaaten der EU, darunter natürlich auch Österreich, ist aber leider kein einstimmiger Beschluss über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zu erwarten", sagte heute, Mittwoch, ÖVP-Delegationsleiterin Ursula Stenzel in Brüssel. "Währenddessen sucht Sanader die Unterstützung des Europäischen Parlaments. Der kroatische Premier hat aber allen Grund zu Selbstbewusstsein: Kroatien hat bewiesen, dass es mit dem Haager Tribunal zusammengearbeitet hat", unterstrich Stenzel. ****

Es zeuge von großer Einseitigkeit, den unauffindbaren kroatischen General Gotovina zum Vorwand zu nehmen, Kroatien die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zu verweigern. "Dahinter steckt offenbar die Strategie, Kroatien auf die lange Bank zu schieben, um die anderen Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens nicht hintanzustellen", kritisierte Stenzel. Diese Länder, vor allem Serbien und Montenegro, seien aber noch nicht so weit, vor allem wegen des ungelösten und immer schwieriger zu lösendem Kosovo-Problems. "Man sollte eine differenzierte Vorgangsweise wählen. Viel mehr als moralische Rückendeckung vermag das Europäische Parlament den Kroaten aber zurzeit leider nicht zu geben. Aber dieser Rückendeckung bedarf es. Vielleicht kann man bis zum EU-Gipfel am 22. März doch noch den Rat zu einem Umdenken bewegen", so Stenzel abschließend.

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