- 16.03.2005, 11:30:38
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Arbeitsschwerpunkte des NÖ Landesarchivs 2005
Sobotka: Reichtümer Niederösterreichs erlebbar machen
St. Pölten (NLK) - Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka, seit der
Regierungsumbildung auch zuständig für Landesbibliothek und
Landesarchiv, präsentierte heute in St. Pölten die
Arbeitsschwerpunkte des NÖ Landesarchivs für das Jahr 2005.
Das Landesarchiv mit seiner hohen wissenschaftlichen Kompetenz sei
die Grundlage, dass der Reichtum Niederösterreichs weiter erlebbar
und erfahrbar bleibe, betonte dabei Sobotka. Als zentrale
Forschungsstelle, historische Schatztruhe und Drehscheibe des
kollektiven Gedächtnisses des Landes seien das Landesarchiv bzw. das
Institut für Landeskunde unerlässlich für Niederösterreich. Neben der
Erforschung der Vergangenheit und der zeitgeschichtlichen Entwicklung
gelte es auch, das kulturelle Erbe zu verwalten und daraus Schlüsse
für die Gegenwart zu ziehen: Eine Gesellschaft ohne Geschichte
beraube sich ihrer Wurzeln und Identität, so Sobotka.
Das bereits 1517 in Quellen als Registratur der Stände genannte
Landesarchiv umfasst heute rund 38.000 Regallaufmeter Archivalien wie
Akten, Urkunden, Handschriften, Nachlässe, Bild- und Tonquellen vom
12. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Hervorzuheben aus den letzten Jahren sind rund 24.000 Anfragen von
ehemaligen Zwangsarbeitern während der NS-Diktatur seit Mai 2000, die
entsprechende Datenbank umfasst etwa 78.000 Personen. Dazu kommen ca.
1.600 Anfragen in Bezug auf die Arisierung jüdischen Vermögens. Eine
in Vorbereitung befindliche Kooperation mit dem Holocaust Memorial
Museum in New York soll dazu beitragen, das holocaustrelevante
Material aus rund einer Million niederösterreichischer Akte auf
Mikrofilm zu übertragen.
An Forschungs- und Publikationsprojekten der letzten Zeit nannte
Sobotka insbesondere Veröffentlichungen zu den Adelssitzen und
Wehrbauten im Land, das NÖ Urkundenbuch, die Bibliografie zur
Landeskunde mit mittlerweile 52.000, auch im Internet abrufbaren
Daten sowie die bereits 30 Bände umfassenden Studien und Forschungen
zur Landeskunde.
Im heurigen Jahr wird der Schwerpunkt dem Thema "Staatsvertrag in
Niederösterreich" gewidmet sein; dazu möchte Sobotka beginnen, alle
niederösterreichischen Orts- und Stadtarchive zu analysieren und zu
optimieren. Zur Professionalisierung der Arbeit von Hobbyarchivaren
bzw. Heimat- und Familienforschern wird es eigene Kurse geben. Im
Anschluss an das NÖ Familienalbum wird der Aspekt der "oral history"
weiter gestärkt, zudem soll zur Erstellung laufender regionaler
Chroniken animiert werden.
Nähere Informationen unter
www.noel.gv.at/service/k/k2/landesarchiv.htm.
OTS0130 2005-03-16/11:30
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