ORF fördert vier neue Kinoprojekte

Ulrich Seidls Beitrag zu "On the Ball", Mirjam Ungers neuer Film

Wien (OTS) - Die Fußball-WM 2006 in Deutschland findet ohne Österreichs Team statt - und dennoch gibt es einen rot-weiß-roten Beitrag zum sportlichen Großereignis: Ulrich Seidl ist einer von sieben international renommierten Regisseuren, die sich im Zuge des Projekts "On the Ball" im Umfeld der Fußball-WM 2006 mit dem Thema Fußball in freien Assoziationen und Ideen auseinander setzen. Seidls Beitrag "Das Match" kann bald realisiert werden: ORF und Österreichisches Filminstitut vereinbarten im Rahmen der 118. Sitzung der Gemeinsamen Kommission, die seit 1981 über die Förderung heimischer Filmproduktionen entscheidet, die Förderung des Projekts. Mit einer Gesamtsumme von 497.470 Euro (davon 335.440 Euro Herstellungsförderung, 162.030 Euro Innovationsförderung) werden auch folgende Filme mitfinanziert:

Herstellungsförderung

Neben Seidls Film - "Das Match" ist eine Koproduktion von DOR Film und Cobra Film - unterstützt der ORF den Dokumentarfilm "Wiens verlorene Töchter" (Buch: Sonja Amman, Lisa Juen, Mirjam Unger, Regie: Mirjam Unger). Der Film erzählt die Geschichte von acht 80-jährigen jüdischen Damen, die als Wiener Kinder mit dem Kindertransport rechtzeitig vor den Nazis 1938 fliehen konnten:
zuerst nach England, dann nach New York, wo sie bis heute leben. Mit Temperament, Lebenslust und Weisheit öffnen die Freuen schwungvoll die Tür zu ihrer kleinen jüdischen Welt in New York, ihren wertvollen Erinnerungen und ihrer Liebe zu Wien. "Wiens verlorene Töchter" wird produziert von Mobilefilm, jener 2003 von Nina Kusturica und Eva Testor gegründeten Firma, deren Haneke-Hommage "24 Wirklichkeiten in der Sekunde" (Koproduktion mit ORF) bereits im Rahmen der sonntagabendlichen Doku-Schiene in ORF 2 zu sehen war.

Innovationsförderung

Im Rahmen der Innovationsförderung wird der ORF "Kurz davor ist es passiert", Buch und Regie: Anja Salomonowitz, unterstützt. Das Doku-Drama der Produktionsfirma Amour Fou nimmt sich dem Frauenhandel, der sexuellen Ausbeutung von Frauen in EU-Ländern an. Salomonowitz, preisgekrönt für ihren Dokumentarfilm "Das wirst Du nie verstehen", erzählt fünf wahre Geschichten von Frauen, die Opfer dieses organisierten Menschenhandels geworden sind.

"Leben bis zuletzt - Sterben im Hospiz" lautet der Titel des zweiten Dokumentarfilms, der vom ORF mitfinanziert wird. Anita Natmeßnig, langjährige Mitarbeiterin der ORF-TV-Abteilung Religion, beschäftigt sich in ihrem Film, produziert von Navigatorfilm, mit der Frage eines menschenwürdigen Sterbens. Im Mittelpunkt dieses Films stehen Menschen, die unheilbar an Krebs erkrankt sind und auf ihrem letzten Abschnitt des Lebens begleitet werden. Die Regisseurin hat während ihrer Psychotherapieausbildung ein mehrmonatiges Praktikum im Hospiz am Rennweg absolviert und versteht den Film als Plädoyer für Sterbebegleitung statt Sterbehilfe.

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