Prammer/Niederwieser: SPÖ will gezielte Buben- und Mädchenförderung an den Schulen

PISA zeigt: Geringes Mathe-Interesse der Mädchen - Verpflichtende Lehrerfortbildung zu geschlechtersensibler Pädagogik

Wien (SK) Die gezielte und spezifische Förderung von Mädchen und Buben in der Schule und ein besonderes Augenmerk auf geschlechtersensiblen Unterricht sind Forderungen der SPÖ-Bildungspolitik. Wie SPÖ-Frauenvorsitzende, Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser in einer Pressekonferenz am Mittwoch betonten, müssten v.a. in die Lehrerfortbildung - auch verpflichtend -geschlechtersensible Pädagogik einfließen. Besonders für Mathematik müssten neue Unterrichtsformen gefunden werden, denn auch die PISA-Studie zeige, dass Mädchen auffällig geringeres Interesse und Freude an Mathematik haben als die gleichaltrigen Burschen. Von Bildungsministerin Gehrer forderte Prammer in Sachen geschlechtergerechte Schule "über die Überschriften hinauszugehen und konkrete Maßnahmen zu setzen". ****

Grundsätzlich seien laut PISA-Ergebnissen im Schwerpunktfach der letzten Studie, Mathematik, die Burschen nicht signifikant besser als die Mädchen, allerdings gebe es große Unterschiede in den einzelnen Schultypen, was aber auch an unterschiedlichen Schularten liege: Burschen an BHS schneiden in Mathematik signifikant besser ab als Mädchen, weil Buben eher naturwissenschaftlich-technisch orientierte HTL besuchen, während Mädchen mit dem Besuch einer HBLA diesen Fächern auch eher ausweichen wollen, erläuterte SPÖ-Bildungssprecher Niederwieser.

Auffällig seien aber die Unterschiede bei der sogenannten "instrumentellen Motivation", also der Einschätzung, ob man das Gelernte später brauchen kann. Diese sei in Österreich generell auffallend schlecht, besonders schlecht noch einmal bei Mädchen. So habe auch PISA-Verantwortlicher Günter Haider festgestellt, dass die Unterrichtsformen in Mathematik für Mädchen offenbar besonders ungeeignet sind, so Niederwieser. "Über solche Erkenntnisse kann man nicht hinweggehen, wir müssen daraus die richtigen Schlüsse ziehen!"

SPÖ-Frauenvorsitzende Prammer präsentierte deshalb konkrete Forderungen der SPÖ: So soll es in jeder Schule eine Gleichstellungsbeauftragte geben, die sich mit dem Thema beschäftigt und Projekte initiiert. Weiters gelte es, gezielte Maßnahmen zu setzen, um "Halbe/halbe" an den Schulen zu erreichen, damit etwa mehr Mädchen die HTL besuchen. Schließlich müsse in der Aus- und Weiterbildung der Lehrer die geschlechtersensible Pädagogik - die seit einigen Jahren auch offiziell Unterrichtsprinzip ist -verpflichtend verankert werden, so Prammer und Niederwieser. Dann müsse es, so wie es etwa beim Computerunterricht für Lehrer möglich war, innerhalb eines Jahres für jeden Lehrer eine entsprechende Fortbildung in geschlechtersensibler Pädagogik geben.

Durch Projekte und Schulversuche, wie etwa die zeitweise Aufhebung der Koedukation, soll weiters gezielte Buben -und Mädchenförderung möglich sein. Verbesserungen wünschen sich die SPÖ-Politiker auch bei der Didaktik: Hier gelte es, auf die unterschiedlichen Motivationen von Mädchen und Burschen beim Lernen einzugehen: Die Bildungswissenschaft zeige, dass sich Burschen der Mathematik eher spielerisch nähern, ohne zu überlegen, wie es angewandt werden kann, während Mädchen viel stärker nach dem Nutzen des Gelernten fragen, erläuterte Niederwieser. Auf diese unterschiedlichen Zugangsweisen müsse der Unterricht eingehen, so Niederwieser abschließend. (Schluss) ah

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