Kulturnetz feiert 10jähriges Jubiläum: Ein Porträt

Wien (OTS) - Straßenfeste in Hirschstetten, Kunst am (Marchfeld)Kanal, tourende Literatur-Shows zwischen Aspern und Brünner Strasse, Filmabende mit dem Volxkino in Kaisermühlen, die Eröffnung der Donaustädter Bezirksfestwochen im Donaupark 2004: Seit zehn Jahren sind Uschi und Dieter Schreiber in Sachen Begegnung und Kultur, Netzwerk knüpfen und Beratung in Floridsdorf und der Donaustadt unterwegs. Im Februar 1995 gegründet, hat die zwei Personen-Truppe - eine halbe Bürokraft gehört auch noch dazu - eine Menge bewegt. Neue Kulturorte, etwa das auf Initiative des Bildhauers Stefan Fischer revitalisierte alte Heizhaus in Stammersdorf, gehören da ebenso dazu, wie vielleicht ihr bekanntestes Produkt: Der monatliche Kulturkalender. War der erste Kalender noch recht spärlich besetzt, quillt er heute über. Vieles kann in der gedruckten Version gar nicht mehr berücksichtigt werden. Eine von Dieter Schreiber stammende Anekdote mit Aussagekraft: Als die ersten Kulturnetz-Monatskalender publiziert wurden, bedankte sich der ORF bei ihnen, weil dadurch erstmals auch die beiden "transdanubischen" Bezirke bei einem damaligen Bezirksquiz berücksichtigt werden konnten.

Am Beginn standen Feste...

Damals, vor zehn Jahren, als begleitende Maßnahme für die rasante Stadterweiterung in den beiden Bezirken gedacht, standen zuerst unzählige Begegnungsfeste zwischen "alten" und "neuen" Bewohnern im Vordergrund. Die Bilanz dieser Feste: Manche davon schlugen, wie etwa in Hirschstetten, wie "Kometen" ein, andere schliefen weder ein. Oder endeten so, dass sich die angrenzenden Mieter nur die Gratis-Würstel und das Fassbier vom Fest-Büffet abholten, um dann vom Balkon dem engagierten Treiben zuzusehen. "Auch das kam vor", erinnert sich Dieter Schreiber. Vor allem aber durchziehen die zehn Jahre viele geglückte Momente: Sowohl in den Besucherzahlen, wie auch in der persönlichen Kunstbegegnung. Was das Ehepaar Schreiber auch kennen lernte: Die große integrierende Kraft der dortigen Pfarren. Wie etwa die damals ebenfalls gegründete Pfarre Cyrill und Method auf der äußeren Brünner Strasse: "Das sind bis heute über hundert Kinder am Sonntag in der Messe", erzählt Helga Schreiber sichtlich überrascht.

Großer Wert auf Qualität

Ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit für das Kulturnetz links der Donau bestand und besteht noch immer in Beratung dortiger Initiativen, Künstlerinnen und Künstler. Wobei: Im Mittelpunkt der beiden ehemaligen Mitarbeiter der Gebietsbetreuung Brigittenau steht die Qualität der Veranstaltung an sich. Mit anderen Worten: Eine unmittelbare Bevorzugung der lokalen Kunstszene steht nicht auf der Agenda der Schreibers. Das hat auch zu Kritik geführt. Andererseits gilt: Mithilfe des Kulturnetzes "fließen heute weit mehr Gelder in die Kulturarbeit der beiden Bezirke, als vorher", so die Schreibers unisono.

Wiens Bezirke als Hörbilder

Für die Zukunft wollen die beiden Kultur-Botschafter neben ihrem zweiten großen Standbein, das Vorantreiben des "Aktionsradius Augarten", eher wienweite Projekte forcieren. So entsteht derzeit etwa eine Audio-CD-Reihe mit Bezirksporträts. Neben der Donaustadt und Floridsdorf gibt es aus dieser Reihe auch schon ein Hörbild über die Landstrasse, demnächst folgt Ottakring. Ihren beiden Bezirken links der Donau werden die 41jährige Raumplanerin und er 48jährige Architekt aber auch weiterhin die Stange halten. Ihre jüngste Überlegung: Der "sagenhaft tollen" Wasserarena Kaisermühlen zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Allgemeine Informationen: http://www.kulturnetz.at/
(Schluss) hch/

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Hans-Christian Heintschel
Tel.: 4000/81 082
hch@m53.magwien.gv.at
http://www.kulturnetz.at/

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0004