Innovativste Gemeinde: Energie-Projekte dominierten bei den Einreichungen zum Wettbewerb - Teil 3

Vier oberösterreichische und drei Vorarlberger Gemeinden unter den besten 10

Wien (OTS) - Neben der Siegergemeinde Schenkenfelden (OÖ) und der Gewinnergemeinde des Sonderpreises Bad Vöslau (NÖ) wurden neun weitere Gemeinden, ohne Ranking, beim Wettbewerb zur "Innovativsten Gemeinde Österreichs" ausgezeichnet. In der Mehrzahl handelt es sich in diesem Jahr um Energie(spar)-Projekte. Die Verleihung der Preise fand gestern, Dienstag, abend im Rahmen einer Galaveranstaltung in Wien statt.****

In Lustenau (Vbg) wurde mit dem "Millennium Park" ein Betriebsgebiet geschaffen, das weit über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung findet. Die Gemeinde hält dabei die Fäden in der Hand, weil sie die einzelnen Grundstücke angekauft hat und die Bebauungsrichtlinien festlegt. Eine Reihe hochwertiger Betriebe hat sich in der Zwischenzeit angesiedelt, es wurden 600 neue Jobs geschaffen (entspricht 10 Prozent der gesamt vorhandenen Jobs in der Stadt). Im Endausbau sollen an diesem Standort insgesamt 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen, bisher konnte die Gemeinde aus diesem Projekt schon mehr als zwei Mio. Euro an zusätzlicher Kommunalsteuer verbuchen.

Die Gemeinde Krumbach (Vbg) stellt vollständig auf "Reinigung ohne Chemie" um. Jeder der 350 Haushalte bekam kostenlos ein Reinigungsset (im Wert von 270 Euro) aus Faserprodukten (von Fa. Enjo zur Verfügung gestellt). Dazu wird in Kindergärten, Schulen und in Kursen für Erwachsene Bewusstseinsbildung betrieben. Das Projekt läuft seit Oktober bis Mai 2005. Erwartet wird eine messbare Umweltentlastung (Auswirkung bei der Kläranlage) sowie dadurch ein geringerer Energieverbrauch für die Kläranlage, Einsparung von Verpackungsabfällen und bei der Produktion von Reinigungsmitteln.

In Lingenau (Vbg) wurde ein neues Biomasseheizwerk errichtet. Mit der erzeugten Energie werden mit Holz aus der Region seit Dezember 2004 die kommunalen Gebäude, viele Gewerbebetriebe, Privathäuser und die Badearena beheizt. Die Stromerzeugung aus Holz mit dem Sterlingkessel ging im Februar 2005 in Betrieb. Der jährliche CO2-Ausstoss kann in der Tourismusgemeinde um rund 1300 Tonnen reduziert werden. Cirka 450.000 Liter Heizöl an Wärmeverbrauch können durch 7000 Schüttraummeter Holz ersetzt werden.

Ziel der Gemeinde St. Margareten an der Raab (Stmk) war die Energieunabhängigkeit. Die Gemeinde fand private Investoren und Betriebe, die bereit waren, zu den zwei bestehenden Kraftwerke zwei weitere zu errichten. Das eine ist seit dem Vorjahr in Betrieb, das zweite ist in Fertigstellung. Dazu wurde von Landwirten eine Biogasanlage gebaut. Mit den Kraftwerken gelingt es, nicht nur den künftigen Strombedarf der Gemeinde zu decken, sondern auch einen Überschuss ins örtliche Stromnetz einzuleiten. Dazu bleibt die Wertschöpfung in der Gemeinde, werden Arbeitsplätze gesichert und das Einkommen der Landwirte durch die Hackschnitzelerzeugung gesteigert.

Auf Initiative der Gemeinde Georgsberg (Stmk) entstand das Technologie- und Entwicklungszentrum (TEZ), eine Kooperation von drei Gemeinden in Verbindung mit dem Unternehmen TCM Internat. und Peters Engeneering. Ziel ist die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze -konzentriert auf die Schwerpunkte Automotive, Luftfahrt, Environment und Software Developement. In der ersten Phase war die Schaffung von 120 Jobs geplant, sieben Monate nach Eröffnung gibt es schon 152 Stellen. Die zweite Bauphase ist schon in Planung, mit weiteren 50 Jobs. Allein aus der ersten Bauphase errechnet sie Gemeinde auf die ersten 20 Jahre eine regionale Wertschöpfung von 30 Millionen Euro. Die unmittelbar zufließenden Kommunalabgaben lassen sich mit mehr als zwei Millionen Euro für den Projektzeitraum berechnen.

Mit alternativer Energieerzeugung wird Laakirchen (OÖ) zur Sonnenstadt. Auf Initiative der Forschungsgesellschaft für integrierte Solarplanung in Gmunden basiert das Projekt "Solaranlagen-Gemeinschaftseinkauf" - 100 Solaranlagen wurden 2004 angeschafft. Daraus resultieren enorme Einsparungen durch die Sanierung der kommunalen Gebäude und Straßenbeleuchtung. Der Gemeinschafts-Einkauf der Solaranlagen bedeutet Kooperation mit Experten und hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Merkbarer Schneeballeffekt durch die positiven Erfahrungen des Gemeinschaftseinkaufs.

In Lengau (OÖ) wurde der erste Passivhaus-Kindergarten Oberösterreichs errichtet. Das Gebäude wurde in Holzbauweise gebaut und für zwei Kindergarten-Gruppen konzipiert. Durch die Passivhaus-Bauweise fallen erheblich weniger Heiz- und Stromkosten an, die Be- und Entlüftung der meisten Räume erfolgt über spezielle Lüftungsgeräte mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von 90 Prozent.

Ansfelden (OÖ) hat mit seinem "Thermofit-Projekt", einem Energie-Contracting Modell die Verbesserung und Aufwertung öffentlicher Gebäude vorangetrieben. Die dauerhafte Senkung des Energieeinsatzes bei öffentlichen Gebäuden und Straßenbeleuchtung wurde durch den Einsatz erneuerbarer Energieträger (Solaranlagen) erreicht. Mit dem umgesetzten Maßnahmenplan wurde nicht nur das Stadtbild optisch erheblich verbessert, im Projektzeitraum werden fast 800.000 Euro an Kosten eingespart und der CO2 Ausstoß reduziert sich jährlich um mehr als 500 Tonnen.

Mit dem "Wirtschaftspark Wagram-Land" zählt die Marktgemeinde Grafenwörth (NÖ) ebenso zu den Siegern des Wettbewerbs. In einer interkommunalen Kooperation der Gemeinden Fels am Wagram, Kirchberg am Wagram, Großriedenthal, Grafenegg und Grafenwörth wurde ein gemeinsamer Wirtschaftspark mit dreifachem Nutzen errichtet. 1.) Günstige Infrastrukturinvestitionen für die beteiligten Gemeinden. 2.) Erhalt hervorragender Wohnqualität der Nachbargemeinden mit eigenen Jobs am gemeinsamen Standort. 3.) Modernes Investorenservice durch einen Ansprechpartner, ein Verfahren und steuerlich optimierte Infrastrukturinvestitionen für die Investoren. Der Wirtschaftspark liegt direkt an der S 5 und ist somit direkt an das höherrangige Straßennetz angebunden.

Der Preis der "Innovativsten Gemeinde Österreichs" wird 2005 zum zweiten Mal vom Gemeindebund, der Tageszeitung "WirtschaftsBlatt" und den Kooperationspartnern T-Mobile, Kommunalkredit AG und der Fachzeitschrift "Kommunal" verliehen. Die Jury des Wettbewerbs war mit Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer, Vizekanzler Hubert Gorbach, Kommunalkredit-Generaldirektor Dr. Reinhard Platzer, Wirtschaftsblatt-CEO Wolfgang Zekert, dem Exekutivsekretär für E-Government Christian Rupp, Kommunal-Chef Walter Zimper jun. und T-Mobile-Vice-President Andreas Szamosvari hochkarätig besetzt.

(Schluss)

Hinweis: Druckfähige Photos von der Verleihung und von den Siegerprojekten stehen in Kürze auf www.gemeindebund.at zum Download bereit oder können per E-Mail angefordert werden.

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Österreichischer Gemeindebund
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