Neues Volksblatt" Kommentar: "Job-Klau?" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 15. März 2005

Linz (OTS) - Es gibt einige Versatzstücke populistischer Argumentation, die zwar sachlich
falsch, aber propagandistisch handlich sind. Beispielsweise die Feststellung: "Die Ausländer kommen nach Österreich und nehmen uns die Arbeitsplätze weg". Entrüstung im Bierzelt, so weit das Auge reicht! Tatsächlich aber zeigen die Statistiken, dass die Zahl der Beschäftigungsbewilligungen für Nicht-EU-Ausländer in Österreich im Wesentlichen gleich bleibt. Außerdem hält das Arbeitsmarktservice (AMS) mehrere "Schleusen" bereit, um einen vermeintlichen "Job-Klau" durch Ausländer zu verhindern. So wird bei Anträgen auf Beschäftigungsbewilligungen geprüft, ob es im jeweiligen Fall nicht einen österreichischen Arbeitssuchenden gibt, der für diesen Job in Frage kommt und ihn zu übernehmen bereit ist. Eine weitere "Schleuse" sind regionale Gremien - bestehend aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern - die bei Anträgen auf Beschäftigung von Ausländern aus den neuen EU-Staaten ein entscheidendes Wort mitzureden haben. Nüchtern betrachtet gibt es den "Job-Klau" nicht. Aber was heißt im Bierzelt schon nüchtern …

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