Teure Hochkultur

"Presse"-Glosse vom 14.3.2005, von Barbara Petsch

Wien (OTS) - Die Kartenpreise von Burgtheater und Volksoper werden erhöht, jene der Staatsoper umgeschichtet. Besucher protestieren.

Keine Erhöhung der Subvention. Also müssen die Besucher mehr zahlen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die ausgegliederten Staatsbühnen auf diese Idee kommen würden. Allerdings: In der Staatsoper wird nur umgeschichtet, nicht erhöht. In Burg und Volksoper halten sich die Steigerungen in Grenzen. Die Burg etwa verlangt künftig für die teuersten Karten 48 statt 44 Euro.
Die letzte geringfügige Preisanpassung gab es 1999. Seither stieg der Verbraucherpreis-Index um 12 Prozent. Auf Sicht können Kostensteigerungen weder durch Rationalisierungen noch durch teurere Tickets aufgefangen werden. Weswegen die Staatsbühnen gebetsmühlenartig ihre Forderung nach Erhöhung der Subvention wiederholen.
Und die erzürnten Besucher? Ihnen könnte man keck sagen: Leute, seid froh, dass der Staat die teure Hochkultur subventioniert, sonst würdet ihr noch viel stärker zur Kasse gebeten. Scherz beiseite: Das Drehen an der Preisschraube ist gefährlich. Schon jetzt ist die Staatsoper mit 178 Euro für die teuerste Karte einsame Spitze. Und soviel wie im Burgtheater kosten nur noch Tickets am "Thalia" in Hamburg oder am Zürcher Schauspielhaus. Am Berliner Ensemble ist die teuerste Karte um 18 Euro billiger als an der Burg. Viel Spielraum gibt es also nicht mehr. Sonst bricht die Auslastung ein, die Besucher bleiben weg.

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