Nach PISA-Desaster: AK-Forderungen an das neue Kinderbetreuungsgesetz

Linz (OTS) - Derzeit wird an einem neuen oö.
Kinderbetreuungsgesetz gearbeitet. Die Arbeiterkammer OÖ fordert die zuständigen Politiker/-innen auf, die Ergebnisse der aktuellen bildungspolitischen Diskussion in das Gesetz einfließen zu lassen.

Nach dem bildungspolitischen Desaster, das die PISA-Studie aufgezeigt hat, ist es nun höchst an der Zeit, die Chancen der Kinder deutlich zu verbessern. "Bereits im Kindergartenalter soll eine gezielte Frühförderung erfolgen, damit Kinder mit Startnachteilen in Zukunft besser auf den Schuleinstieg vorbereitet werden", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Nach Ansicht nationaler und internationaler PISA-Expert/-innen muss der Frühförderung in Zukunft mehr Bedeutung geschenkt werden. Kinder beginnen in der Volksschule mit unterschiedlichen Startvoraussetzungen, manche starten mit erheblichen Nachteilen in die Schule. Besonders Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache haben oft schwierige Startbedingungen. Sprachförderung - Muttersprache und Zweitsprache - muss daher bereits im vorschulischen Bereich beginnen.

Gerade im Alter zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr stehen die Chancen, Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, sehr gut. In der Schule selbst bleibt kaum mehr Zeit, Defizite aufzuholen. "Begabungen werden damit verschenkt, soziale Unterschiede noch verstärkt", warnt der AK-Präsident.

Die bildungspolitische Diskussion nach PISA führt die besonderen pädagogischen Möglichkeiten ganztägiger Schulen ans Tageslicht. Ein warmes Mittagessen, Betreuung bei den Hausaufgaben, individuelle Lernförderung und attraktive Freizeitangebote tragen nicht nur dazu bei, dass sich Kinder in der Schule wohl fühlen. Sie führen auch zu besseren schulischen Leistungen. Das belegen jene Länder, die bei der PISA-Studie besser abgeschnitten haben als Österreich.

Die Öffnungszeiten samt den Ferienzeiten müssen eine ganztägige Erwerbsarbeit der Eltern zulassen. Die Betreuungseinrichtungen müssen Orte des Wohlfühlens für die Kinder sein und auch die Pädagogen müssen die notwendigen Rahmenbedingungen - beispielsweise hinsichtlich Vorbereitungszeit und Fortbildung - vorfinden.

Das neue Kinderbetreuungsgesetz soll diesen Erkenntnissen Rechnung tragen und dazu beitragen, die positiven pädagogischen Möglichkeiten ganztägiger Schulen zu nutzen. Grundsätzlich fordert die AK von der Landespolitik, Kindern bis zum 15. Lebensjahr künftig einen qualitätsvollen Betreuungsplatz zu garantieren.

Das besondere Potenzial der Ganztagsschule liegt in der Förderung der Chancen aller Kinder. "Sie sollen daher in Oberösterreich zum Regelfall werden", fordert AK-Präsident Kalliauer.

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