Kulturreferent Strutz präsentierte "Interior View" im Museum Moderner Kunst Kärnten

Geschichte, Programm und das Museum als Bildungseinrichtung

Klagenfurt (OTS) - Landeshauptmannstellvertreter Martin Strutz stellte heute gemeinsam mit Direktorin Dr. Andrea Madesta und der Leiterin der Kulturabteilung Mag. Erika Napetschnig im Museum Moderner Kunst die Ausstellung "Interior View" vor.

Dabei ging der Kulturreferent auf die Geschichte der Institution des MMKK ein:
Im Sommer 2003 wurde das Museum Moderner Kunst Kärnten eröffnet. Dieses Museum, hervorgegangen aus der ehemaligen Landesgalerie, wurde mit der Aufgabe betraut, neben der Pflege und Betreuung der Kunstsammlung des Landes Kärnten auch regionale, nationale und auch internationale Kunst- und Ausstellungsprojekte auszurichten. Mit der Einrichtung einer solchen Institution knüpft das Land Kärnten an eine mitteleuropäische Kulturpolitik an, unter der in Österreich und in den umliegenden Ländern flächendeckend neue Kultureinrichtungen entstanden sind, wie etwa das Kunsthaus in Bregenz, das Kunsthaus in Graz, die Taxis-Galerie in Innsbruck, das Lentos in Linz oder das Museum der Moderne Rupertinum in Salzburg, das im Herbst 2004 eröffnet wurde.

Auf der Ebene der regionalen Kulturpolitik wurde mit der Eröffnung des MMKK eine Institution ins Leben gerufen, die vor allem die Aufgabe der regionalen Kunstpflege übernimmt und im überregionalen und nationalen Kontext den Auftrag verfolgt, das Haus und damit auch die kulturelle Position Kärntens sichtbar zu machen und nach außen zu vertreten.
Im Rahmen der Kulturpolitik hat sich Kunst und gerade moderne Kunst als bedeutender kultureller und gesellschaftlicher Beitrag positioniert. Mit einem qualitativ hochwertigen Kulturangebot wird auch das Image der Region, - Kärnten als innovativer, zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort - bereichert und auch auf dem Sektor Tourismus in zunehmendem Maß attraktiv und bedeutungsvoll.

Regionale Kulturpolitik und internationales Programm
Im Rückblick auf die zwar noch junge Geschichte des Hauses lässt sich feststellen, dass die bisher gepflegte Programmatik, sowohl auf der regionalen, nationalen und internationalen Ebene zu agieren, ich erinnere an die Ausstellungen Alex Katz (29.6. bis 5.10.2003) und Eremiten und Kosmopoliten (16. Mai bis 17. Oktober 2004), sich als sehr erfolgreich erwiesen hat. Im Rahmen der Großausstellung über die Kärntner Moderne ist sehr schön deutlich geworden, welch hohes künstlerisches und kreatives Potential in der Region Kärnten anzutreffen ist. Bis heute gibt es eine ganze Reihe von Kärntner Künstlerinnen und Künstler, die sehr prominent im internationalen Kunstbetrieb positioniert sind, ich verweise hier auf Namen wie Bruno Gironcoli, Maria Lassnig und Hans Schabus, ein Vertreter der jungen Generation, der auf der kommenden Biennale den österreichischen Pavillon bespielen wird. In diesem Kontext erscheint es als überaus notwendig, die Region Kärnten auch auf der internationalen Ebene kulturpolitisch zu repräsentieren und diesen Auftrag in der Programmatik des Hauses zu verankern.
Kunstsammlung des Landes Kärnten und Ankaufspolitik
Parallel zur Ausstellung Interior View werden die Neuankäufe 2004 für die Kunstsammlung des Landes Kärnten vorgestellt. Die Kernaufgabe des Museums bedeutet, die kulturelle insbesondere die künstlerische Entwicklung des Landes zu fördern und zu pflegen. Anknüpfend an die Ausstellung "012 View" (23.10.03 bis Januar 2004) wird im Rahmen der Reihe Blickwechsel die Kunstsammlung des Landes in immer unterschiedlichen Formaten vorgestellt. Die aktuelle Präsentation der "Neuzugänge" macht die Ankaufspolitik transparent und beschreibt den kulturpolitischen Beitrag des Landes. Die Künstlerinnen und Künstler der Region erhalten eine finanzielle Unterstützung, verbunden mit der Möglichkeit in den Räumen des Museums die erworbenen Arbeiten auszustellen. Die Neuerwerbungen, der vor allem jungen Kärntner Künstlerinnen und Künstler stellen das kreative Potential in der Region vor, das bereits in den vorangegangen Ausstellungsprojekten so positiv beobachtet werden konnten.

Interior View
Im Rahmen der Ausstellung Interior View stellt sich das MMKK als professioneller Partner vor und kooperiert mit dem Centrum voor Moderne Kunst in Amersfoort (Niederlande), dem Firstsite in Clchester, England und dem Fri-Art Centre d’Art Contemporain in Frobourg in der Schweiz. Die Auswahl der KünstlerInnen ist hochkarätig, internationale "Stars" wie Thomas Schütte (Teilnehmer auf der Dokumenta 1992 und 1997), neben sehr starken jungen Künstlerpositionen wie Ben Langlands und Nikki Bell, die in diesem Jahr für den Turner Preis vorgeschlagen wurden, eine der höchsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst, zeigen in dieser Ausstellung beeindruckende Werke.

Auch das Thema wird im internationalen Kunstdiskurs aktuell verhandelt, im Zentrum steht die wahrnehmungsästhetische Rezeption von Architektur, basierend auf einem heutzutage ausgeprägten gesellschaftlichen Bewusstsein über Funktion und Auftrag aktueller Architektur und Stadtplanung. Die einzelnen künstlerischen Positionen verdichten sich im Rahmen des Ausstellungsrundganges zu einem aufregenden Parcours, in dem architekturtheoretische abstrakte Kriterien, wie Raum, Maß und Proportion auf sehr lebendige und wirkungsvolle Weise erfahrbar werden.

Museum als Bildungseinrichtung
Mit der Anknüpfung an diese gesellschaftspolitisch relevante Thematik verfolgt das MMKK als Bildungseinrichtung das Ziel, an diesem Ort eine Plattform für Kommunikation und Diskussion einzurichten, sowohl für interessiertes Publikum als auch für die KünstlerInnen.. Die Ausstellung wird von einem dichten und ausgesuchten Programm begleitet, das vor allem darauf abzielt, verschiedensten Besuchergruppen einen Zugang zu dem Thema der Ausstellung und zur modernen Kunst grundsätzlich zu eröffnen. Führungen, Gespräche mit WissenschaftlerInnen, Reden mit der Direktorin vor ausgewählten Werken, Kunstgespräche mit KünstlerInnen, Museumstalk zu Schwerpunktthemen der Museumstätigket und neuerdings auch Kunst-(früh) - stücke im Dialog mit KünstlerInnen und Kuratorinnen werden angeboten.

Die Kunstvermittlung im MMKK beschreibt ein wesentliches Segment der Museumsarbeit. Die bisher dichte und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Schulen wird auch zukünftig erweitert, darüber hinaus stehen Projekte mit Jugendlichen auf dem Programm, erstmals werden Workshops mit Lehrlingen erarbeitet. Schulklassen und Kindergruppen aller Altersstufen werden hier altersgemäß mit den Themen der Ausstellung in Berührung gebracht und die Ausstellung in kreativer Pädagogik einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Ein spezielles Kunstvermittlungsprogramm für Kinder aller Altersstufen, Cre.Art.iv-Workshops an den Wochenenden und in den Ferien und Familienprogramme für Eltern und Kinder finden an den Wochenenden statt. Führungen werden regelmäßig jeden Donnerstag unter dem Titel After Work. Museum am Abend gratis und am Samstag um 11 Uhr angeboten.

Rückfragen & Kontakt:

Röttig Petra
Pressereferentin LHStv. LPO Dr. Martin Strutz
+43-664/1216164

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