Welttag der Konsumentenrechte

VKI verstärkt Gesundheits- und Ernährungstests. Besorgniserregende Trends auf diesem Sektor zeigt auch der Europäische Verbraucherverband auf.

Wien (OTS) - Übergewicht und Fettleibigkeit sind europaweit auf
dem Vormarsch, dramatisch ist die Entwicklung vor allem bei Kindern. In Österreich bringen etwa 15 Prozent der Schulkinder zu viel auf die Waage. Die Gründe für Übergewicht und Fettleibigkeit sind vielfältig und oft mangelt es nicht am Willen, sich gesund zu ernähren: Zwar entscheidet jeder Konsument letztlich selbst über seine Ernährung, aber zahlreiche Faktoren beeinflussen die "gesunde" Wahl bzw. die individuellen Essgewohnheiten.

Die Europäische Verbraucherorganisation BEUC (Bureau Européen des Unions de Consommateurs) will gemeinsam mit ihren Mitgliedern -darunter dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) - geeignete Rahmenbedingungen schaffen, um Verbrauchern eine gesunde Ernährung zu ermöglichen. Um das zu erreichen, bedarf es folgender Voraussetzungen:

  • Ernährung darf nicht nur im Gesundheitssektor eine Rolle spielen, sondern muss auch in der Landwirtschaft, im Handel und im Bildungswesen zum Thema werden.
  • Konsumenten brauchen ausreichend Informationen, um sich gesund zu ernähren.
  • Die Nährwertangaben auf Lebensmitteln müssen verbessert werden.
  • Werbung mit gesundheitsbezogenen Aussagen sind zu unterlassen, wenn diese nicht wissenschaftlich bewiesen sind.
  • Jeder Konsument muss sich gesunde Ernährung leisten können.
  • Lebensmittelproduzenten, Händler und Gastronomen sind aufgefordert, den Anteil an Fett, Zucker und Salz bei ihren Produkten zu reduzieren.
  • Werbung für Kinderprodukte mit hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt bedarf einer Regelung.

Der VKI hat sich schon bisher im Gesundheits- und Ernährungsbereich engagiert und Unzulänglichkeiten aufgedeckt. So untersuchte er gängige Kinderprodukte hinsichtlich problematischer Zusatzstoffe - mit einem ernüchternden Ergebnis: Fast kein Produkt kommt ohne Farb- oder Konservierungsstoffe aus. Bei Kindergetränken droht sogar die empfohlene Höchstmenge an künstlichen Süßstoffen überschritten zu werden. Auch Lebensmittel, deren Verpackungen nachhaltige und umweltverträgliche Produktion versprachen, wurden vom VKI unter die Lupe genommen. Fazit: Die meisten Hersteller tragen dick auf, viele Produkte unterscheiden sich überhaupt nicht von herkömmlichen Erzeugnissen.

Aufgrund zunehmenden Interesses an Gesundheits- und Ernährungsthemen weitet der VKI sein Engagement in diesem Bereich aus. Das Verbrauchermagazin "Konsument" testet seit kurzem auch Ärzte und deren Leistungen. Für Mediziner ist diese Situation neu: Erstmals werden sie und ihre Arbeit kritisch beurteilt. Gleich die Ergebnisse des ersten Tests - untersucht wurden Anbieter sportmedizinischer Untersuchungen - sorgten für heftige Reaktionen, auch aus der Branche. Und auch auf die Erhebung der Medikamentenpreise bei den östlichen Nachbarn - die deutlich günstiger abschnitten - folgten aufgeregte Stimmen aus der Branche. "Davon lassen wir uns nicht beirren. Vielmehr zeigen uns die Reaktionen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", stellt Franz Floss, Bereichsleiter Untersuchungen beim VKI, fest. Die nächsten Tests sind schon in Planung: Kassenärzte, Wahlärzte und Kliniken unterschiedlichster Fachrichtungen werden noch heuer einem Qualitäts-Check unterzogen. "Wir liefern den Konsumenten jene Informationen die sie brauchen, um die für sie beste Wahl beim wichtigsten Thema - der Gesundheit - zu treffen", so Floss.

SERVICE: Der Welttag der Konsumentenrechte geht auf eine Initiative von John F. Kennedy zurück. Informationen dazu schicken wir Ihnen gerne. Hintergrundinfo zur Ernährungs-Kampagne der Europäischen Verbraucherorganisation BEUC ist ab 15. März 2005 unter www.beuc.org abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation
Eva Kolber
Leiterin Stabsstelle PR
Tel.: 01/588 77 - 228

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