Wirtschaftsdelikte und Gewalt am Arbeitsplatz: Wenn Mitarbeiter zu Tätern werden …

Firmeninterner Betrug und Gewalt am Arbeitsplatz verursachen in Österreich jährlich Schäden in Höhe von 2,2 Milliarden Euro

Wien (PWK186) - "Auf Gefahren aufmerksam machen und ihnen bereits präventiv entgegenwirken" - so formulierte Alfred Harl, stellvertretender Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie (kurz UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich und Obmann der Fachgruppe UBIT in Niederösterreich, das Ziel einer Veranstaltung zu den Themen "Wirtschaftsdelikte am Arbeitsplatz" und "Workplace Violence". Als Referent für einen Vortrag im Rahmen der Veranstaltung der UBIT-Fachgruppe Niederösterreich konnte Thomas Müller, Europas führender Kriminalpsychologe und Profiler, gewonnen werden.

In seinem Vortrag führte Müller aus, wie Kunden oder Mitarbeiter andere Mitarbeiter an der psychischen und physischen Gesundheit oder das Unternehmen in finanzieller Weise schädigen: "Workplace Violence kann in einer ersten Stufe physische verbale Drohungen, anonyme Schreiben, Mobbing, Erpressung bis hin zur Körperverletzung bedeuten", steckt Müller den Begriff ab. Müller zu den Ursachen: "Die sind vielschichtig, in der Regel jedoch erkennbar und durch Vorbeugung zu verhindern." "Am Stimmungsbild im Unternehmen lassen sich bereits Schwachstellen und potenzielle ‚Störfälle’ erkennen", ist Unternehmensberater Harl überzeugt und rät: "Die Gerüchteküche berichtet oft über das, was sich am Horizont zusammenbraut; Chefs sollten gut hinhören, um die Suppe hinterher nicht auslöffeln zu müssen."

In weiterer Folge könne versteckte oder offene Aggression oder Frustration am Arbeitsplatz auch in Wirtschaftsdelikten münden. Betroffen sind nicht nur größere Betriebe sondern auch vielfach Klein- und Mittelbetriebe. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als die Hälfte der österreichischen KMU Opfer krimineller Handlungen, eine Steigerung um 20 Prozent. Harl berichtet, dass die Bandbreite der Aktivitäten von Unterschlagung, Datenmissbrauch und -diebstahl, Denial of Service Attacken bis zu Spionage und Korruption reicht:
"Das Problem ist, dass methodische Vorgehensweisen zur Errichtung von Schutzmaßnahmen - IT-Sicherheitskonzepte und deren Umsetzung -teilweise voluminös sind und eher auf Großsysteme ausgerichtet sind." Auch nützen diese aufwendigen Sicherheitskonzepte wenig gegen Angriffe von innen. Zudem verfügen KMU in der Regel auch über keine Sicherheitsexperten bzw. eine Risikovermeidungsstrategie: "Das macht sie besonders anfällig", weiß Harl.

"Deshalb unterstützt die Wirtschaftskammerorganisation insbesondere Klein- und Mittelbetriebe bei der Prävention von firmeninterner Kriminalität", so Harl, der auch Obmann der Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie der WKNÖ ist: "In ganz Österreich gibt es auf die Themen Gewalt am Arbeitsplatz und Informationssicherheit spezialisierte Unternehmensberater/-innen, deren Namen in den einzelnen Landesfachgruppen zu erfragen sind." (JR)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT)
Tel.: (++43) 0590 900-3539
ubit@wko.at
http://wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001