ÖAMTC: Spritpreis-Erhöhung gegen Tanktourismus ist als Mittel inadäquat

Club relativiert "CO2-Hysterie" - Milchmädchenrechnung auf Kosten der Autofahrer

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Es kann nicht sein, dass immer wieder die Autofahrer zur Melkkuh der Nation werden", reagiert ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau verärgert über die aktuellen Diskussionen nach der "Tanktourismus-Studie" des Umweltministeriums. Derzeit gibt es Überlegungen, die Kraftstoff-Preise über die Möst (Mineralöl-Steuer) anzuheben. Das soll den Tanktourismus eindämmen und die vermeintlich damit verstärkten CO2 (Kohlendioxid)-Emissionen verringern. "Eine absolute Milchmädchenrechnung, die nur die österreichischen Autofahrer trifft", sagt Brugger-Brandau und stellt die Fakten klar:

Wie ist es tatsächlich um die Schadstoff-Emissionen bestellt? Am 16. Februar 2005 ist das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten. Darin verpflichten sich die Industrienationen von 2008 bis 2012 den Ausstoß von Treibhausgasen - vor allem CO2 - im Schnitt um 5,2 Prozent zu reduzieren. Österreich hat sich das sehr ambitionierte Ziel von 13 Prozent gesteckt. "Zum einen wird diese Grenze aller Voraussicht nach kaum zu erreichen sein", sagt Brugger-Brandau. Zum anderen sieht sie ein großes Problem in der Messmethode: Der tatsächliche CO2-Ausstoß eines Landes kann nicht erfasst werden, deshalb schließt man aus der Menge des verkauften Kraftstoffes auf die Emissionen. Das funktioniert nur unter der Annahme, dass der Kraftstoff in ein und demselben Land getankt und verbraucht wird. "Durch den Tanktourismus wird zwar in Österreich getankt, die Luft aber woanders belastet. Die derzeitige Hysterie ist also absolut unangebracht", sagt Brugger-Brandau.

"Urlauberverkehr, Transitverkehr und Tanktourismus bringen dem österreichischen Staat erhebliche Möst-Einnahmen", sagt die ÖAMTC-Expertin. Eine Preiserhöhung des Kraftstoffes durch eine Anhebung der Möst würde vielleicht den Tanktourismus verringern und das unrealistische Kyoto-Ziel zumindest auf dem Papier erreichbarer erscheinen lassen. "Tatsächlich würde aber kein Gramm CO2 weniger entstehen, die Möst-Einnahmen würden gleichzeitig mit den geringeren Tankmengen sinken und die österreichischen Autofahrer kämen wieder einmal zum Handkuss", kritisiert die ÖAMTC-Expertin.

Der ÖAMTC fordert ein umfassendes Maßnahmenpaket, das alle Verursacher einbezieht. Im Kraftfahr-Bereich hat sich bereits einiges getan. Der Diesel-Boom hat in den vergangenen Jahren schon wesentlich zu einer CO2-Verringerung beigetragen. "Das Problem der Partikel-Emissionen wird über kurz oder lang durch Partikelfilter ebenfalls gelöst sein", sagt Brugger-Brandau.

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ÖAMTC-Pressestelle/Claudia Kesche

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