EuroRAP identifiziert die gefährlichsten und sichersten Autobahnabschnitte Österreichs 1

ÖAMTC fordert rasche Sanierung lokalisierter Risikoabschnitte

Wien (ÖAMTC-Presse) - Auf gewissen Autobahnabschnitten kracht es ständig. Dass der subjektive Eindruck oft stimmt, beweist die aktuelle EuroRAP-Risikoanalyse der österreichischen Autobahnen. "Es sind genau 28 Kilometer im heimischen Autobahnnetz, auf denen erhöhtes Unfallrisiko besteht", weiß ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek. Am sichersten unterwegs sind die Lenker auf exakt 104 Autobahnkilometern. Dazwischen liegen insgesamt 1.828 Kilometer, auf denen das Unfallrisiko zwischen "gering" und "mittel" bewertet ist. "Lokalisierte Problemzonen müssen jetzt entsprechend rasch saniert werden", zieht Michalek eine Forderung aus den Ergebnissen.

Das etwa 2.000 Kilometer lange Autobahnnetz in Österreich wurde vom ÖAMTC und seinen Partnern BMVIT, ASFINAG und KfV bezogen auf das Verkehrsaufkommen und die Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten in den Jahren 2000 bis 2003 untersucht. Daraus ergab sich eine Risikobewertung für insgesamt 405 Straßenabschnitte.

* Das Prädikat "sicherste Straßen" erhielten 33 Abschnitte mit 104 Gesamtkilometern. Das entspricht acht Prozent des Autobahnnetzes. Das Risiko, in einen Unfall mit Toten oder Schwerverletzen verwickelt zu werden, ist hier relativ gering.

Die fünf sichersten Autobahnabschnitte:
A 9 von Graz-Webling bis Graz West (4 km)
A 14 von Götzis bis Götzis-Koblach (3 km)
A 22 von Wien-Vienna International Center bis Brigittenauer Brücke (1 km)
A 8 vom Knoten Voralpenkreuz bis Wels-Traunbrücke (10 km)
A 4 Haidequerstraße bis Simmeringer Haide (2 km)

* Für beinahe 90 Prozent des Autobahnnetzes besteht "geringes bis mittleres" und "mittleres" Unfallrisiko. 357 Abschnitte mit 1.828 Gesamtkilometern fallen in diese Kategorie.

* Vergleichsweise schlecht bestellt ist es um 15 Autobahnabschnitte, auf denen "mittleres bis erhöhtes" Unfallrisiko besteht. Das betrifft genau 28 Kilometer und vier Prozent des Autobahnnetzes. Kein einziger Abschnitt wurde gefunden, auf dem "hohes" Unfallrisiko besteht.

Die fünf gefährlichsten Autobahnabschnitte:
A 12 von Haiming bis Ötztal (2 km)
A 13 von Patsch-Igls bis Schönberg-Stubaital (3 km)
A 22 von Korneuburg bis Stockerau (6 km)
A 3 von Guntramsdorf bis Münchendorf (1 km)
A 2 von Zöbern bis Aspang (1 km)

"Die kritischen Abschnitte sind nun lokalisiert, zum Teil ist die Sanierung bereits im Gange", weiß der ÖAMTC-Experte. Für fast 90 Prozent des Netzes besteht geringes bis mittleres Risiko und somit großes Verbesserungspotenzial. Teilweise wurden Maßnahmen zur Verbesserung schon gesetzt, wie z.B. die Generalsanierung entlang der West und der Süd Autobahn. Michalek: "Dringender Handlungsbedarf ist in Problemzonen gegeben wie Schnellstraßen ohne bauliche Mitteltrennung, einröhrige Straßentunnel oder in schlecht gesicherten Baustellenbereichen."

Die Sicherheit von Straßen im internationalen Vergleich

Weniger erfreulich sind die Ergebnisse des österreichischen Pilotprojekts im Europa-Vergleich. Die bisher vorliegenden EuroRAP-Ergebnisse aus Großbritannien, Schweden und Niederlande zeigen, dass bis zu 90 Prozent der Autobahnnetze als "sicherste Straßen" bewertet werden - im österreichischen Autobahnnetz nur 13 Prozent aller Abschnitte. Von den bis dato vorliegenden Länderresultaten liegt lediglich Spanien in etwa gleich auf mit Österreich. "Natürlich sind die Straßen in den einzelnen Ländern auch unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt und weisen deswegen unterschiedliche Risikopotenziale auf", erklärt Michalek. "So stellt der trans-europäische Lkw-Verkehr gerade in Österreich auch in Bezug auf die Unfallstatistik ein Problem dar."

ÖAMTC-Kompetenz bei internationalen Sicherheitstests

Gemeinsam mit seinen Schwesterclubs führt der ÖAMTC europaweit Verkehrssicherheits- und Konsumentenschutzprogramme durch. Bekanntestes Beispiel für diese Zusammenarbeit sind die seit 1997 durchgeführten EuroNCAP-Crashtests (European New Car Assessment Programme). Weitere internationale Programme sind u.a. Kindersitztest, Reifentest, Raststättentest oder Fährentest. Unter der Schirmherrschaft von EuroTEST, zu dessen Gründungsmitgliedern Österreich durch den ÖAMTC zählt, läuft eine Reihe von verschiedenen Sicherheitstests. Ziel ist es, aus den Erkenntnissen Europäische Richtlinien zu erstellen. So gibt es bereits eine EU-Tunnelrichtlinie, deren Einhaltung laufend durch die europäischen Automobilclubs überprüft wird. Dazu läuft derzeit mit EuroTAP (European Tunnel Assessment Programme) der große europäische Tunneltest. Gleichfalls angelaufen ist ERWA (European Road Work Assessment), ein europaweiter Baustellentest, der ebenfalls eine erste Europäische Richtlinie zum Ziel hat.

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Grafiken zu den EuroRAP-Ergebnissen gibt es im ÖAMTC-Foto-Service unter http://www.oeamtc.at/presse/.

(Schluss)
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