Neues Volksblatt" Kommentar: "Selbstbetrug" (Von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 14. März 2005

Linz (OTS) - Der Jubel der Genossen, vor allem der Genossin Bundesgeschäftsführerin, gestern Nachmittag war verfrüht. Die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen in der Steiermark sind keine Absage an die schwarz-blaue Regierung und schon gar nicht an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Da war wohl der Wunsch der Vater der Presseaussendung.
Es ist ohnehin gewagt, Gemeindewahlen zu bundespolitischen Testwahlen hochzustilisieren. Wenn aber die Kanzler-Partei dazugewinnt - zwar nicht viel, aber doch -, dann ist die von den Sozis herbeigesehnte und -geredete Absage an den Schüssel-Kurs doch etwas weit hergeholt. Noch dazu, wenn man - was in der SPÖ-Zentrale vorausgesetzt werden kann - die jüngsten Umfragen kennt, wonach es weit und breit keinen Herausforderer für Wolfgang Schüssel gibt. 28 Prozent der Österreicher - drei Prozent mehr als zuletzt - würden bei einer Kanzler-Direktwahl Schüssel wählen, Alfred Gusenbauer käme auf 19 und Alexander Van der Bellen auf 18 Prozent.
Wahlanalysen sind immer subjektiv gefärbt, das gehört dazu. Aber ganz ausblenden sollte man die Tatsachen doch nicht; sonst wird die Analyse zum Selbstbetrug.

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