"Neues Volksblatt" Kommentar: "Auspendeln" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 10. März 2005

Linz (OTS) - =

War da nicht schon was? Etwa eine Partei, die
plötzlich F-Bewegung sein wollte. Oder eine Generalvollmacht, wie sie einst der später so unsanft von der Parteispitze gekippten Susanne Riess-Passer ausgestellt wurde. Oder ein Kärntner Landeschef Jörg Haider, der sich für "schon weg" aus der Bundespolitik erklärte und, schwups, wieder da war. Kein Wunder, dass sich dem Beobachter Dejavu-Effekte aufdrängen.
Nüchtern betrachtet lässt die aktuelle FPÖ-Debatte mehrere Zukunftsszenarien zu. Erstens: Die Debatte um Neuausrichtung und Zukunftsfähigkeit wird einigermaßen spektakulär inszeniert, de facto ändert sich nichts. Zweitens: Das Ringen in der kleineren Regierungspartei bekommt eine solche Eigendynamik, dass die gerufenen Geister nicht mehr zu kontrollieren sind und, schlag nach bei Knittelfeld, Neuwahlen Realität werden. Oder drittens: In der FPÖ setzt tatsächlich ein Konsolidierungsprozess ein, der das jetzige Zwittertum zwischen Regierungs- und Oppositionspartei beendet - was letztlich auch die Basis der Koalitionsoptionen nach der nächsten NR-Wahl wieder verbreitern würde. Der Pendelausschlag ist noch völlig offen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001