Kukacka: Semmering- und Koralmtunnel bilden eine untrennbare Einheit auf der neuen Südbahn!

Strategisch wichtige Südbahn wird neu definiert und im Zusammenhang mit Koralmbahn neu geplant!

Wien, (OTS) - "Mit der gestrigen Entscheidung wird die, für die österreichische Verkehrspolitik strategisch wichtige Südbahn nun neu definiert und im Zusammenhang mit der Koralmbahn neu geplant. Semmering- und Koralmtunnel sollten jetzt eine untrennbare Einheit auf der neuen Südbahn bilden", erklärte heute, Mittwoch, Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka im Budgetausschuss des Parlaments."Die Umplanung wird nach dem neuesten Stand der Technik und Sicherheit vorgenommen. Die raschest mögliche Detailplanung und Abwicklung der rechtsstaatlichen Genehmigungsverfahren, sowie die Finanzierung des Semmeringbahntunnels wurde bereits eingeleitet", so Kukacka. ****

Der neue Tunnel werde sieben Kilometer länger sein als der alte, über eine zweite Tunnelröhre verfügen und durch die sanftere Steigung mehr Zugs-Kapazität ermöglichen, sowie bei den Betriebskosten deutlich günstiger sein. Das neue Projekt wird allerdings etwa 250 Millionen Euro mehr kosten, also insgesamt 1,25 Milliarden Euro, die Fertigstellung ist etwa zeitgleich mit der Koralmbahn 2018 angepeilt. Für den Süden Österreichs sei diese Vorgehensweise jedenfalls ein enorm wichtiger Schritt im Sinne einer wirtschaftlichen Anbindung, an den Ballungsraum Wien und an die Verkehrskorridore nach Nord- und Osteuropa, so Kukacka.

Die ÖBB wurde von der Politik beauftragt, vom bisher verfolgten Projekt Abstand zu nehmen und umgehend mit der Planung einer neuen Trassenvariante zwischen Gloggnitz und Langenwang zu beginnen. Der beschlossene Koralmtunnel setzte hinsichtlich der Trassenneigung einen neuen Standard für die gesamte Südbahn. Das bisherige Semmering-Basistunnelprojekt konnte aufgrund der 1991 vorgenommenen Trassenwahl und Neigung diese Standards nicht erfüllen konnte. Das betreffe in erster Linie die Tonnagen, mit denen Züge zwischen Wien und Villach nun verkehren können, ohne auf eine betrieblich aufwendige und kostenintensive Doppeltraktion (also Züge gezogen durch zwei Loks) angewiesen zu sein, führte Kukacka aus.

Ein wesentlicher Faktor sei nämlich die günstigen Steigungsverhältnisse der Koralmbahn, die es 1.600 Tonnen schweren Zügen erlauben, mit nur einer Lok das Auslangen zu finden. Die derzeit bestehende Semmering-Strecke beschränke bekanntlich den Lastverkehr mit 650 Tonnen drastisch ein. Der Semmering-Basistunnel in den bisher projektieren Form mit einer Steigung von 11 Promille würde zwar eine Anhebung der möglichen Tonnagen (mit nur einer Lok) auf 1.400 Tonnen ermöglichen, und gegenüber der bestehenden Strecke, die eine Steigung von bis zu 27 Promille aufweist, auch klare Verbesserung bringen.

Der Unterschied zur Koralmbahn, die als Flachbahn mit lediglich 6 Promille auskommt, wirke sich aber doch deutlich aus: 200 Tonnen weniger pro Zug durch den bisher projektierten Semmering-Basistunnel, wären die Folge gewesen. Der neue Vorschlag des Semmering-Basis-Tunnel sehe nun vor, eine alternative Trasse, betrieblich passend zur Koralmbahn als Flachbahn mit maximal 6,5 Promille Steigung von Gloggnitz nach Langenwang zuführen, statt wie bisher geplant nach Mürzzuschlag. Damit werde erreicht, dass zwischen Wien und Villach eine durchgehende Beförderung von 1.600 Tonnen mit nur einer Lok möglich wird, da sich die Steigungen durchgehend bei rund 6 Promille bewegen, erklärte Kukacka.

Was die Finanzierungssituation betreffe, so seien im aktuellen ÖBB-Rahmenplan, der die Finanzierung des österreichischen Schienen-Infrastrukturausbaus für die Jahre 2005-2010 regelt, rund 163 Millionen Euro für eine erste Finanzierungsstufe für den Semmering-Basistunnel vorgesehen, 93 Millionen Euro davon seien bisher bereits abgeflossen, nämlich für den Bau des Probe und Sondierungsstollen und Gründerkäufe. Vereinbart wurde, dass für die Planungsphase 2008 bis 2010 (Erstellung eines Einreichprojektes, Durchführung der UVP, Eisenbahnrechtliche Genehmigungsverfahren) weitere 100 Millionen Euro vom Bund zur Verfügung gestellt werden. "Für die Errichtungsphase ab 2011 werden die dafür notwendigen Mittel im nächsten Rahmenplan bereitgestellt. Davon sind für den Rahmenplan von 2011 bis 2016 635 Millionen Euro vorgesehen. Der Rest wird bis 2020 in den folgenden Rahmenplänen zur Verfügung gestellt", betonte Kukacka.

Die jetzige Kritik der SPÖ an der Einigung solle offenbar vom Versagen einer sozialistischen Verkehrspolitik ablenken, der Vorwurf der Steuergeldervernichtung falle auf die SPÖ selbst zurück. "Die politische Verantwortung für allfällige "stranded costs" habe dafür all jene SP-Verkehrsminister zu tragen, die den Bau des Probestollens eingeleitet haben, ohne das bereits alle entsprechenden Bewilligungen rechtlich abgesichert vorgelegen sind", schloss Kukacka.

Rückfragen & Kontakt:

Staatssekretariat im BM für Verkehr,
Innovation und Technologie
Mag. Christian Dolezal
Pressesprecher
Tel. +43 (01) 711 62/8803

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SVT0002