ABBÖ: London City-Maut kein Vorbild für Wien

Große Verlierer sind Pendler, aber auch innerstädtische Geschäfte und Betriebe

Wien (OTS) - Der ARBÖ lehnt die Einführung einer City-Maut ab. "Es ist alles eine Frage einer funktionierenden Parkraumbewirtschaftung", stellt ARBÖ-Präsident Dr. Herbert Schachter fest. Städte und Gemeinden, die ausreichend Parkplätze zur Verfügung stellen, müssen einpendelnde Besucher nicht fürchten.

Die City-Maut in London kann aus vielen Gründen nicht Eins zu Eins auf andere Städte wie Wien mit einer seit Jahren gut funktionierenden Parkraumbewirtschaftungs-System übertragen werde. Der Leidensdruck durch Staus war in der britischen Hauptstadt außerordentlich groß und mit österreichischen Verhältnissen nicht zu vergleichen. London könne mit seinem Inseldasein kein brauchbares Vorbild für österreichische Städte abgeben "Man muss sich auch die Dimensionen vor Augen halten. Die Londoner City-Maut gilt nur für eine kleine Fläche, vergleichbar mit dem ersten Wiener Gemeindebezirk. So ein Modell würde für die Wiener Innenstadt keine wie immer geartete Verbesserung bringen, sondern nur die angrenzenden Bezirke belasten", gibt Dr. Schachter zu bedenken.

Die großen Verlierer einer City-Maut wären erstens die Pendler, die auf ihren PKW angewiesen sind und keine Alternativen im öffentlichen Verkehr vorfinden. "Zusatzkosten für diese Bevölkerungsgruppe kommen nicht in Frage. Zumal die Pendler in den letzten Jahren massive Belastungen schlucken mussten, da Kilometergeld und Pendlerpauschale nicht erhöht wurden", so Dr. Schachter. Groß verlieren werden zweitens auch die Bürger und Bürgerinnen von Wien deren Mobilität eingeschränkt wäre.

Das Aussperren der Autofahrer aus den Ballungszentren würde sich aber auf die Wirtschaft negativ auswirken, vor allem die kleineren Geschäfte und Gewerbetreibenden. Gerade das Beispiel London zeigt, dass die Umsätze im Stadtkern durch die City-Maut zurückgegangen sind. Auch wurde durch die City-Maut weniger Geld eingenommen als erhofft, so dass der öffentliche Verkehr nicht so stark gefördert werden konnte als geplant. Obwohl sich die Maut nur auf den kleinen Stadtkern beschränkt und 688 Kameras alle Nummernschilder registriern, hat man nach Berichten der britischen Medien das Problem der Mautflüchtlinge nicht voll im Griff.

"Sinnvoller ist es, das funktionierende System der Parkraumüberwachung in Wien zu verbessern", schlägt der ARBÖ-Präsident vor. Dazu gehören vor allem der erforderliche Bau von Garagen, die rasche Vollendung des Autobahn-Ringes rund um Wien sowie der Ausbau von Park-and-Ride-Angeboten. "Der Verkehr ist da. Die Politik ist aufgefordert, rasche Entscheidungen über die sechste Donauquerung und die Trassenführung zu treffen."

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